Öffentlicher Dialog über den pädagogischen Nutzen digitaler Medien

Dank Jochen Robes bin ich auf eine sehr interessante Seite des „Economist“ aufmerksam geworden: Zwei Experten beziehen zum Thema Lernen/Bildung mit digitalen Medien öffentlich Stellung (hier) und diese Stellungnahmen dürfen kommentiert werden – was etliche Leser auch fleißig tun (kann man sich hier anschauen). Das Ganze wird auch moderiert, dauert mehrere Tage (und ist morgen abgeschlossen). Ich finde das Format auf jeden Fall spannend: Einmal als eine Möglichkeit der Nutzung digitaler Medien zum öffentlichen Diskurs, der oft genug nicht stattfindet (statt dessen werden verschiedene Statements aneinandergereiht). Zum anderen aber könnte man sich auch überlegen, wie man dieses Format didaktisch nutzbar machen kann. Wie das Ganze funktioniert, kann man hier nachlesen.

Detektei Suni – Folge 5

Verrat auf Burg Felsenstein – so heißt die neue Folge der Detektei Suni (hier), die thematisch auf der Grundlage der Augsburger Kinderuni-Vorlesung von Prof. Dr. Christoph Becker mit dem Titel „Ein Unglück kommt selten allein: Wer bezahlt den Schaden?“ entstanden ist. Das Cover kommt wie immer von Frank Cmuchal. Für Skript und Web-Seite ist Ruben Schulze Fröhlich zuständig. Wir warten immer noch auf finanzielle Unterstützung seitens der Uni. Wie es aussieht, rückt sie näher, aber ich glaube es erst, wenn Geld auf unserem Konto ist. Wahnsinn: An sich müsste uns die Unileitung bei diesem Marketing für die Uni Augsburg doch zumindest mal EINEN Wunsch von den Lippen ablesen, oder?

Warum ich an der Uni ein großes Postfach habe

Als ich im Herbst 2001 die Professur für Medienpädagogik an der Universität Augsburg übernommen habe, habe ich ein Postfach an der zentralen Poststelle erhalten. Mir ist damals nicht aufgefallen, dass es kleine und große Postfächer gibt. Erst im darauf folgenden Sommer habe ich das bemerkt, denn da habe ich ein großes Postfach bekommen. Warum? Weil die vielen Abschlussarbeiten nicht hineinpassten. Vor einer Woche hat man mir die aktuellen Abschlussarbeiten (inzwischen fast nur noch Bachelor- und einige Masterarbeiten) persönlich vorbeigebracht – mit einem kleinen Wägelchen, auf dem sich über 50 Arbeiten (schätzungsweise) befanden. Das ist auch der Grund, warum es in meinem Blog derzeit recht still ist: Nein, ich nutze nicht die letzten Tage vor Vorlesungsbeginn für einen kleinen Urlaub. Ich mache seit einer Woche nichts anderes als Arbeiten zu lesen und zu begutachten: 23 Erstgutachten und 35 Zweitgutachten stehen an – bzw. einiges davon ist Gott sei Dank schon erledigt.

Ich habe mal ein kleine Statistik gemacht:

  • SoSe 2002: 15 Erstgutachten
  • WiSe 02/03: 9 Erstgutachten
  • SoSe 03: 20 Erstgutachten
  • WiSe 03/04: 36 Erstgutachten
  • SoSe 04: 35 Erstgutachten
  • WiSe 04/05: 43 Erstgutachten + 1 Zweitgutachten
  • SoSe 05: 23 Erstgutachten + 1 Zweitgutachten
  • WiSe 05/06: 25 Erstgutachten + 20 Zweitgutachten
  • SoSe 06: 8 Erstgutachten + 13 Zweitgutachten
  • WiSe 06/07: 23 Erstgutachten + 20 Zweitgutachten
  • SoSe 07: 20 Erstgutachten + 8 Zweitgutachten
  • WiSe 07/08: 23 Erstgutachten + 35 (es können aber noch mehr werden – es werden sehr wahrscheinlich noch mehr)

Das macht – heutiger Stichtag – 380 Gutachten in sechs Jahren – ohne DAAD-Gutachten, Gutachten für Studierende, die sich an eine Stiftung wenden, Dissertationsgutachten und Gutachten, die man in oder für Berufungskommissionen erstellt.

Wahrscheinlich gibt es Kollegen/innen, die noch (viel) mehr machen (müssen). Sicher aber gibt es auch viele, die das gar nicht nachvollziehen können, weil entweder die Professuren/Lehrstühle pro Studiengang zahlenmäßig viel mehr sind oder aber weil es in einigen Fächern schlichtweg viel weniger Studierende gibt. Aber darum geht es gar nicht: Eher geht es darum, dass man sich fragen muss: ist das noch das, was man von den Professoren will? Gutachten schreiben und – das kommt noch dazu – bürokratische Anforderungen erfüllen? Und letztere nehmen explosionsartig zu …. aber gut, das ist ein anderes Thema.

Mobile learning – ein E-Book

„Mobile learning: towards a research agenda.“, so lautet der Titel eines E-Books – frei zugänglich und zwar hier – herausgegeben von Norbert Pachler (London: WLE Centre to which). Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Forschungsberichten, die im Rahmen eines Symposiums zum Mobile Learning im Februar 2007 vorgestellt wurden. Interessante Aspekte bietet aus meiner Sicht u.a. der Beitrag von Alice Mitchell zu den Erfahrungen mit einem „mobile game“ zur Förderung des Entscheidungsverhaltens in Krisensituationen. Die Autoren sind international zusammengesetzt.