An einem thematischen Strang ziehen

Im Dezember 2025 (hier) hatte ich nur mal kurz auf unser Lehrarchitektur-Projekt ReAction (Relationships and Academic Belonging in Higher Education) verwiesen. Das erste halbe Jahr dieses auf sechs Jahre angelegten Projekts, mit rund 8 Mio. Euro gefördert von der Stiftung für Innovation in der Hochschullehre, ist nun fast vorüber; alle Stellen sind besetzt, jeder Schwerpunkt hat seine Arbeit aufgenommen und zumindest einiges von dem, was das Projekt ausmachen soll, ist nun auch auf der dazugehörigen Webseite zu sehen.

Das Projekt ReAction möchte fördern, was Studium und Lehre lebendig macht: Beziehungen zwischen Menschen, Disziplinen und Kulturen – mit und ohne KI. Die verschiedenen Schwerpunkte – man kann sie hier nachlesen – sind darauf ausgerichtet, die Qualität akademischer Beziehungen und die Zugehörigkeit zur Universität zu stärken: mit akademischem Mentoring, Peer Tutoring, kooperativer Lehrgestaltung und experimenteller Curriculumsentwicklung. Parallel dazu laufen ein KI-Monitoring, eine wissenschaftliche Begleitung, rechtlich-organisatorische Beratung und Kommunikationsangebote nach innen und außen.

Am Projekt sind insgesamt vier Fakultäten, zwei zentrale Einrichtungen und die Universitätsleitung beteiligt; angesiedelt ist ReAction bei uns am HUL und ich habe die wissenschaftliche Gesamtleitung inne. Die Vielfalt der Maßnahmen, die in diesem Projekt realisiert werden soll, ist eine Notwendigkeit und Herausforderung zugleich: Notwendig erscheint mir das, weil die Fragen nach verschiedenen Beziehungen – nicht nur die sozialen – eben auch auf allen Ebenen der Hochschulbildung eine Rolle spielen: in der unmittelbaren Situation im Zuge der Begegnung von Menschen sowie in der Mensch-Maschine-Interaktion, in der der Gestaltung von Lehre ebenso wie von ganzen Studiengängen und Curricula, aber auch in der Hochschulorganisation mit ihren Bedingungen. Herausfordernd ist das, weil es natürlich wichtig ist, dass die vielen am Projekt beteiligten Personen, an einem, ich sage mal thematischen Strang ziehen müssen, damit wir das eigentliche Ziel, nämlich die Qualität akademischer Beziehungen und die Zugehörigkeit zur Universität zu stärken, auch erreichen – auch wenn wohl kaum möglich sein dürfte, eben dies zu „messen“.

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