Die Nachricht über das neue Empfehlungspapier vom Wissenschaftsrat für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI wandert nun schon die ganze Woche durchs Netz. Autor des Textes mit dem Leitgedanken der intellektuellen Souveränität ist der Wissenschaftsrat; dahinter steht, wie das üblich ist, eine circa eineinhalb-jährige Befassung mit dem Thema in einer Arbeitsgruppe, an der ich mitwirken durfte. Diese AG (bestehend aus 15 Personen) war heterogen zusammengesetzt. Ich denke, das hat sich auch in den Empfehlungen niedergeschlagen, die alles andere als ein Schnellschuss sind; vielmehr wurde um diese gerungen, und das zu Recht bei einem Thema wie KI, das die Hochschulen in Forschung, Lehre und Studium seit einigen Jahren massiv beeinflusst und herausfordert.
„Alles andere als ein Schnellschuss“ weiterlesenKategorie: geschehen
Der stille Wandel im Beziehungsgefüge der akademischen Gemeinschaft
Ein Bericht zum Gedankenexperiment-Workshop „KI im akademischen Beziehungsgefüge – Rollenzuschreibungen & Implikationen“ auf dem University Future Festival 2026 des HFD
(Gabi Reinmann, Antje Michel & Nicolaus Wilder)
Wie verändert KI im Beziehungsgefüge der Hochschule Bildungsprozesse? Welche Rolle spielt dabei, wie wir über KI sprechen? Mit diesen Fragen haben wir uns in einem (zweistündigen) Online-Workshop im Rahmen des diesjährigen University:Future Festival am 24. Juni 2026 beschäftigt. Dieser Blog-Beitrag ist unser gemeinsamer Bericht. Mit diesem möchten wir einen Einblick in den Workshop geben, an dem ca. 25 Personen engagiert bis zum Schluss teilgenommen haben. Für die interessanten Beiträge aus den Gruppen und dem Plenum möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick über den einführenden Impuls und gehen – nach Absprache mit Personen, die teilgenommen haben – exemplarisch auf die Gruppenarbeit ein.
„Der stille Wandel im Beziehungsgefüge der akademischen Gemeinschaft“ weiterlesenZwiespältige Situation
Es ist ein anachronistisches Nebeneinander: Einerseits wächst bei vielen Lehrpersonen die Ratlosigkeit bis hin zur Sinnkrise, wenn (was nicht immer, aber immer häufiger der Fall ist) zum Beispiel Studierende sorgfältig gestaltete Aufgaben nicht selbst bearbeiten, sondern an KI delegieren – und es macht sich das Gefühl breit, es seien keine langfristigen Lösungen in Sicht. Andererseits gibt es immer mehr Empfehlungen, Leitlinien, Task Forces, Netzwerke und Projekte, die sich mit KI in der Hochschulbildung beschäftigen. Fast schon wöchentlich trudeln auch bei mir Anfragen ein, ob ich zu KI in der Hochschulbildung nicht einen Vortrag oder Workshop anbieten oder mich an einer Diskussion beteiligen könnte – und das hat weniger mit mir als Person zu tun (diese Anfragen werden etliche andere auf diesem Feld Tätige bekommen), sondern damit, dass gerade ein hoher Aktivitätsgrad bei diesem Thema herrscht. Das ist auf der einen Seite gut so – wir müssen uns damit beschäftigen; auf der anderen Seite beobachte ich bei Lehrpersonen deutliche Grenzen der Belastbarkeit in einer Zeit, in der immer mehr gefordert wird, die von Meetings gepflastert ist und allerlei Events bereit hält ….
„Zwiespältige Situation“ weiterlesenKein Exoten-Status mehr
Ein harter Kern aus unserem früheren wissenschaftlichen Netzwerk zu Design-Based-Research, gefördert von der DFG, ist noch übrig und trifft sich relativ regelmäßig (online) zum Austausch: So wie gestern am späten Nachmittag. Dazu kommen, und das ist erfreulich, eine ganze Reihe Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die selbst DBR-praktizieren; davon kennen wir einige schon länger, und es finden immer wieder auch neue Interessierte den Weg ins Netzwerk. Das motiviert, dranzubleiben.
„Kein Exoten-Status mehr“ weiterlesenAn einem thematischen Strang ziehen
Im Dezember 2025 (hier) hatte ich nur mal kurz auf unser Lehrarchitektur-Projekt ReAction (Relationships and Academic Belonging in Higher Education) verwiesen. Das erste halbe Jahr dieses auf sechs Jahre angelegten Projekts, mit rund 8 Mio. Euro gefördert von der Stiftung für Innovation in der Hochschullehre, ist nun fast vorüber; alle Stellen sind besetzt, jeder Schwerpunkt hat seine Arbeit aufgenommen und zumindest einiges von dem, was das Projekt ausmachen soll, ist nun auch auf der dazugehörigen Webseite zu sehen.
„An einem thematischen Strang ziehen“ weiterlesenDiesseits und jenseits des Sparens
Jetzt bin ich fast schon wieder etwas spät dran mit meinem Verweis auf unseren aktuellen HUL-Newsletter (hier), der für das nun ausklingende Wintersemester 2025/26 unter dem Motto steht: Das Wesentliche im Blick. In Zeiten gravierender Sparmaßnahmen an Universitäten wird es nämlich immer wichtiger, Prioritäten zu setzen und zu erkennen, was wirklich wichtig ist – und dies war tatsächlich der Anlass für das Dach, das aber doch einiges hergibt für Themen auch jenseits des Sparens. Wir freuen uns, wenn der Newsletter wieder interessierte Leser findet: Die Beiträge sind knapp und beschränken sich auf das Wesentliche 😉
KI-Mogelei und eine (schon umgesetzte) Klarstellung
Letzte Woche hat mich ein Redakteur im Zuge einer Berichterstattung auf hessenschau.de zum unerlaubten KI-Einsatz bei Prüfungsleistungen kontaktiert. Anlass ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts Kassel, in dem die Bewertung zweier Prüfungsleistungen als „nicht bestanden“ wegen Täuschung durch KI bestätigt wurde. Der Beitrag ist jetzt hier online verfügbar. Mein Interview hatte ich – wie ich es vorsichtshalber immer mache – schriftlich gegeben. Tatsächlich war denn auch zunächst eine Aussage gegen Ende des Beitrags leider aus dem Zusammenhang gerissen: Mir war wichtig deutlich zu machen, dass es bei diesem Thema verschiedene Standpunkte gibt, und diese beispielsweise fachspezifisch ihre Berechtigung haben können. Zunächst las es sich so, als sei ich der Ansicht, man müsse gar nicht mehr ohne KI schreiben können. Nur zur Klarstellung ;-): Ich meine sehr wohl, dass man noch ohne KI schreiben können sollte. Kaum war der Blogbeitrag online, wurde das auch im Bericht auf hessenschau.de korrigiert. Danke! 🙂 Dennoch, wie gehabt, meine Antworten auf die gestellten Fragen (wie schon hier oder hier).
„KI-Mogelei und eine (schon umgesetzte) Klarstellung“ weiterlesenUnique Selling Point
„Mir sind besonders die multidisziplinären Diskussionen in Erinnerung geblieben. Dieser Blick über den eigenen fachlichen Tellerrand ist aus meiner Sicht einer der ´unique selling points´ dieses Masterstudienganges. Das besonders hohe Engagement der Dozentinnen ist ebenfalls ein Merkmal des MHE, an das ich mich noch lange erinnern werde.“ Die Rede ist hier vom Masterstudiengang Higher Education (MHE), und das Lob kommt von einem Absolventen – und diesen dürfen wir zitieren, weil er zu den ersten unserer neuen Rubrik Faces of MHE gehört.
„Unique Selling Point“ weiterlesenAlumni-Weekend zum Thema KI in der Lehre
Mit Beginn des Jahres 2026 wollen wir am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) die Aktivitäten mit und für Absolventinnen und Absolventen unseres Masterstudiengangs Higher Education verstärken. Dazu haben wir bereits eine Übersicht auf die Webseite gestellt, die zeigt, was wir uns diesbezüglich alles vorgenommen haben. Eine der Maßnahmen ist ein jährliches Alumni-Weekend zu Beginn des Jahres: ein interaktives Online-Themenangebot am Wochenende für Alumni – wahlweise auch offen für Studierende des MHE. Das erste Alumni-Weekend hat nun am vergangenen Samstag stattgefunden.
„Alumni-Weekend zum Thema KI in der Lehre“ weiterlesenZwei vernachlässigte Ereignisse zum Jahresende
Die E-Mails werden schon weniger, die ersten sind bereits in die Ferne gereist oder haben den Urlaub zuhause begonnen, und in der Tat neigt sich das Jahr jetzt schnell zu Ende. Ich mag die Zeit zwischen Jahren genau aus diesem Grund der Ruhe – die leider regelmäßig zu Silvester so unerbittlich gestört wird; ich werde aber (wie immer) versuchen, mich dem zu entziehen. Einen Jahresrückblick spare ich mir (wer hat schon was von Wiederholungen), aber tatsächlich gibt es zwei Ereignisse, die ich bislang gar nicht erwähnt und in diesem Sinne auf meinem Blog geradezu sträflich vernachlässigt habe:
„Zwei vernachlässigte Ereignisse zum Jahresende“ weiterlesen