Kein Exoten-Status mehr

Ein harter Kern aus unserem früheren wissenschaftlichen Netzwerk zu Design-Based-Research, gefördert von der DFG, ist noch übrig und trifft sich relativ regelmäßig (online) zum Austausch: So wie gestern am späten Nachmittag. Dazu kommen, und das ist erfreulich, eine ganze Reihe Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die selbst DBR-praktizieren; davon kennen wir einige schon länger, und es finden immer wieder auch neue Interessierte den Weg ins Netzwerk. Das motiviert, dranzubleiben.

Wir, nämlich eine Runde von 15 Personen, haben die 90 Minuten des Netzwerktreffens genutzt, um über vergangene Ereignisse zu berichten, etwa über das Kolloquium in Hamburg im November und die December Lectures in 2025, und mögliche Folge-Veranstaltungen anzudenken. Tobias Jenert hat dafür geworben, Gutachten für Beiträge im EDeR Journal zu übernehmen – einen Aufruf, den ich hiermit gerne weitergebe (dazu einfach bei EDeR registrieren). Das gilt natürlich auch für potenzielle Autorinnen und Autoren.

Im Erfahrungsaustausch unter anderem über Tagungen wurde deutlich, dass DBR als Forschungsgenre auf der einen Seite seinen Exoten-Status verloren hat und relativ selbstverständlich neben anderen Formen des Forschens im Bildungskontext angekommen ist; ganz besonders gilt das für die (schulischen) Fachdidaktiken (hier sei auch auf das letzte Special Issue von EDeR zur Geographiedidaktik verwiesen). Auf der anderen Seite gibt es immer noch etliche Hürden für DBR: Kurz haben wir darüber diskutiert, warum im Kontext Hochschule weniger DBR-Studien anzutreffen sind; auch in Forschungsprojekten, die der Bewegung Scholarship of Teaching and Learning (SoTL) zuzurechnen sind, ist DBR weniger verbreitet als man meinen könnte, wenn man die Zusammenhänge theoretisch analysiert. Es ist klar, dass einige von uns, vor allem Alexa, Dominikus und ich, nach der Publikation unseres Buches zum Forschenden Entwerfen daran ein besonderes Interesse haben: Dort widmen wir uns explizit dem Einsatz von DBR in der Hochschullehre.

Immerhin gibt es einen Bereich, wo SoTL mit DBR regelmäßig praktiziert wird: nämlich in unserem Studiengang Master Higher Education. Ein ganzes Drittel der insgesamt 60 Credit Points fällt auf ein solches Projekt – und übrigens: Zwischen dem 01.05. und 15.06.2026 kann man sich wieder bewerben mit Start im Wintersemester 2026/27.

Das DBR-Netzwerk ist ein offenes Netzwerk: Alle Interessierten sind jederzeit eingeladen, sich anzuschließen, sich an den Aktivitäten des Netzwerks zu beteiligen und eigene Ideen einzubringen – am besten über den Kontakt: dbr.hul@uni-hamburg.de

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