Seit Juni 2025 haben wir auf der Webseite unserer Selbstlernmaterialien am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) Vorschläge, wie man in Auswahlprozessen von Personen, die auch Hochschullehre anbieten sollen, der didaktischen Eignung etwas näherkommen kann. Ich formuliere das bewusst so vorsichtig, weil ich denke, dass sich Lehrkompetenz nicht so ohne Weiteres erfassen lässt. Das Bedürfnis aber scheint vor allem bei Universitätsleitungen, Abteilungen für Personalentwicklung oder Qualitätsmanagement groß zu sein, akademische Kompetenzen generell möglichst genau zu bestimmen und zu bewerten, also zum Beispiel in Stufen einzuteilen. Politisch motivierte Qualifikationsrahmen ermutigen dazu, verbreiten entsprechende Kompetenzmodelle auch für den Hochschulsektor und erwecken so den Eindruck, als ließe sich die Kompetenz, über die Gestaltung von Lehre Bildung zu ermöglichen und zu fördern, sowohl in einzelne Elemente zergliedern als auch präzise messen.
„Universitäre Lehrkompetenz“ weiterlesenSchlagwort: didaktische Eignung
Didaktisch geeignet?
Werden an Universitäten Stellen besetzt, in denen Lehre zum Aufgabengebiet gehört, ist meist auch die Eignung einer Person für diese Aufgabe festzustellen. Bezeichnet wird dies in der Regel als pädagogische oder didaktische Eignung. Regelhaft, aber nicht ausschließlich, spielt das in Berufungsverfahren auf Professuren eine zentrale Rolle. Inzwischen sind hierzu verschiedene Instrumente im Einsatz: Probevorlesung oder Probeseminar, probeweise Gestaltung von Lehrsituationen, Lehrveranstaltungsevaluationen, Fortbildungsnachweise, Lehrauffassung oder -philosophie, Lehrkonzept, Lehrplanung, Liste durchgeführter Lehrveranstaltungen oder Lehrbiografie, Praxisbeispiele aus der Lehre, Lehrprojekte oder Lehrforschungsprojekte, Lehrpreise, Lehrportfolio. Welche dieser Instrumente in gegebenenfalls welcher Kombination ausgewählt werden, ist höchst variabel und unterscheidet sich in Deutschland nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Universität zu Universität. Die genannten Bezeichnungen werden zudem nicht überall deckungsgleich verwendet, sind bisweilen organisationsspezifisch definiert oder bleiben in ihrer Bedeutung offen.
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