Experimentell lehren – ohne KI im Mittelpunkt

Mit Beginn des Wintersemesters haben wir unseren ProfCast fortgesetzt: wissenschaftsdidaktische Gespräche mit Professorinnen und Professoren an der Universität Hamburg (UHH). Inzwischen sind wir bei der 26. Episode, in der ich mit Thomas Weber gesprochen habe – Professor für Medienwissenschaft mit den Schwerpunkten Film und Fernsehen am Institut für Medien und Kommunikation, einer Einrichtung der Fakultät für Geisteswissenschaften an der UHH. Der Titel unseres Gesprächs lautet: Transformativ-dokumentarische Lehre in der Medienwissenschaft.

Weber forscht unter anderem zu medialen Erinnerungskulturen, zu Medientheorien und zum europäischen Kino; in den letzten Jahren hat ihn vor allem der Dokumentarfilm beschäftigt. Ich habe mich gefreut, mal wieder jemanden als Gesprächspartner zu gewinnen, der Lehre explizit als Experiment versteht und Lehrveranstaltungen als Projekte organisiert, deren Ergebnis zu Beginn noch offen ist. Die Projekte führen die Studierenden nicht selten aus der Hochschule hinaus an Orte in der Stadt und in die Gesellschaft – verbunden mit digitalen Technologien, die sich quasi „natürlich“ in medienwissenschaftliche Themen einfügen.

Ein Anker in unserem Gespräch war ein konkretes Beispiel: ein partizipatives Videoprojekt zum Hochbunker am Heiligengeistfeld, in dem sich Studierende mit der Erinnerung an diesen Ort auseinandergesetzt haben. Ausgehend davon haben wir erörtert, was es heißt, dokumentarisch und zugleich transformativ zu lehren: wie projektorientierte Lehre in der Medienwissenschaft funktioniert, was Studierende dabei lernen (und schon mitbringen) und welche universitären Rahmenbedingungen solche Vorhaben ermöglichen oder leider auch erschweren. Hochschuldidaktisch betrachtet lässt sich vieles davon als Service Learning beschreiben, also als Lehre, die über die Universität hinaus in gesellschaftliche Kontexte hineinwirkt.

Ich fand das Gespräch ausgesprochen anregend. Und ich gebe zu: Es war auch mal wieder schön, eine ganze Episode lang nicht vorrangig über KI zu sprechen, sondern über didaktische Konzepte, die mich selbst lange begleitet haben und die ich nach wie vor wichtig für unsere Universitäten finde.

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