Labil und skurril

Demnächst ist es wieder soweit: Die Veranstaltung zu Design-Based Research (DBR) in unserem Masterstudiengang Higher Education steht an – und das ist diejenige Veranstaltung, vor ich stets am meisten Respekt habe, denn: Das ist jedes Mal eine große Herausforderung für mich angesichts der sehr heterogenen Voraussetzungen und des (leider) nach wie vor labilen Stands in der Forschung.

Warum ich labil sage? Nun, die Erlebnisse etwa im Rahmen der Forschungsförderung sind regelmäßig skurril, wenn DBR ins Spiel kommt: Auch wenn eine „Gestaltungsorientierung“ explizit erwünscht ist, ist das Unverständnis immens, wenn es um die damit verbundenen Besonderheiten bei der Forschungsplanung geht – aber dazu ein anderes Mal.

Zurück zur Veranstaltung: Ende April habe ich bereits (hier) darüber berichtet, was mich bezogen auf unser Lehrangebot zu DBR aktuell beschäftigt: unter anderem die Erarbeitung eines Posters, an dem die Teilnehmer hoffentlich in Pausen und am Rande der Veranstaltung „hängenbleiben“ und ins Gespräch kommen. Nun ist die (vorläufig) finale Fassung fertig. Gerne stelle ich auch diese online – vielleicht gibt es ja doch mal ein paar Kommentare (die alle ganz datenschutzkonform behandelt werden ;-))?

DBR-Poster

2 Gedanken zu „Labil und skurril“

  1. Bei diesem Poster MÜSSTEN doch ein paar Studierende hängen bleiben! Da sind wichtige Gedanken „auf den Punkt gebracht“ und gleichzeitig ist nicht alles vollständig selbsterklärend. Das fordert durchaus zu Diskussionen auf.

    Was mir noch gefallen würde: Eine Verortung der Evaluationsschwerpunkte von McKenney & Reeves (2012, 136ff.).
    Mit der prominenten Behandlung der Annahmen bekommt die Gestaltung aus meiner Sicht ein sehr starkes Gewicht gegenüber der Validierung bzw. dem Erkennen. Über die Evaluationsschwerpunkte (Alpha-, Beta-, Gamma-Testing tönt nicht sehr sexy – ist aber in der Prägnanz kaum zu schlagen…) eröffnet sich aus meiner Sicht aber ein enormes Potential. Entscheidend ist doch, inwiefern es mir als „gestaltender Wissenschaftler“ gelingt, gegenüber meinem eigenen Tun eine kritisch-objektivierende Distanz einzunehmen. Wenn im Gestalten viel Intuition im Spiel ist (und auch sein soll – didaktisches Gestalten ist nicht mechanisches Ableiten!): In den Evaluationsschwerpunkten müsste sich der (wissenschaftlich durchaus ernst zu nehmende) Mehrwert des DBR zeigen…

  2. Im Prinzip sind natürlich alle Komponenten zentral (theoretische, gestaltende, empirische); je nach DBR-Vorhaben können da, so meine Erfahrung, die Gewichtungen in deren Relevanz durchaus variieren (z.B. in Abhängigkeit von der Komplexität des Kontextes, des Innovationsgrades der Intervention, der gestaltenden (und lernenden) Akteure etc.)

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