Sie liegt jetzt schon eine Weile bei mir rum, ohne dass ich reingeschaut habe – die „Entlassungsurkunde“. Ja, so etwas gibt es, wenn man den Staatsdienst als Beamter verlässt. Jetzt habe ich es eben doch mal aufgemacht: Da steht dann, mit Wappen und allem Drum und Dran, dass man auf eigenes Verlangen „entlassen“ wird. Außerdem gibt es „Dank und Anerkennung“ für „die dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste“. Hmm, was steht da wohl in Bayern? Dem bayerischen Volke? Auf jeden Fall ist es mir da erst aufgefallen, dass ich unbeabsichtigt zum Autogrammjäger der Bundesminister der Verteidigung geworden bin. Innerhalb von gerade mal rund drei Jahren habe ich Unterschriften von drei verschiedenen Verteidigungsministern (Ruf – Ernennung – Entlassung) eingesammelt: Franz Josef Jung – Karl-Theodor zu Guttenberg – Thomas de Mazière. Mehr geht nicht, oder? 🙂
Kategorie: geschehen
Insgeheim finden sie mich vielleicht naiv …
Wie jedes Jahr kündige ich auch jetzt, Ende Juli, eine August-Blog-Pause an. Aber diesmal kann ich das mit einer besonderen Nachricht verbinden (wer sich durch die zusätzlichen Blog-Bereiche geklickt hat, die hier vor kurzem hinzugekommen sind, weiß freilich schon Bescheid): Nach dreieinhalb Jahren an der Universität der Bundeswehr München verlasse ich diese Ende August und beginne am 1. September an der Zeppelin Universität (hier ein paar Hinweise zu den formalen Eckdaten der ZU).
Mit dem 01.09.2013 endet dann auch mein Beamtenstatus – eine Entscheidung, die in der Regel eher wenig Verständnis hervorruft. Zu diesem Thema gibt es hier auf Spiegel online ein nettes Interview (ist von Ende Januar 2013) mit einem Lehrer, der seinen Beamtenstatus aufgegeben hat. Auch er meint von seinen Kollegen: „insgeheim finden sie mich vielleicht naiv“, kontert aber mit dem Hinweis: „Ich bin auf Lebenszeit Vater – und sonst nichts.“ ;-).
Nein, ich will nicht "kooperieren"
Vermutlich landen im Moment nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Bloggern vermehrt Anfragen der folgenden Art: „Mein Name ist … und ich bin von …. . Wir sind eine Agentur für (oder: Spezialisten für) ….. Wir sind stetig auf der Suche nach spannenden (oder: interessanten oder guten) Internetseiten und kompetenten Partnern. Ich bin / wir sind auf Ihren Blog … aufmerksam geworden. Können wir einen themenrelevanten Gastbeitrag veröffentlichen? Unter welchen Bedingungen? … etc.“
Der Text ist ungefähr immer der gleiche – mit ein paar Abwandlungen: mal ein bisschen länger, mal etwas kürzer, mal mehr Wissenschaft suggerierend, mal offen kommerziell. Das kommt immer wieder mal vor, aber diese Woche gleich vier Mal – was ist da los?
Antwort an alle Interessenten: Nein, danke! Gastbeiträge ermöglichen, so wie das Christian ab und zu macht, finde ich eine gute Idee: also Kollegen/innen, Studierenden etc., die keinen eigenen Blog haben möchten, aber etwas zum Blog Passendes zu sagen haben (das man nicht in einem Kommentar verstecken möchte), eine Chance des schnellen Publizierens geben. Alles andere: Nein, Leute, da habt ihr die Idee eines Wissenschaftlerblogs nicht verstanden. Ich will auch nicht kooperieren – in Bezug auf was denn, wie und wozu? Unter Kooperation verstehe ich etwas anderes als Links setzen und Werbebeiträge posten – unter welchen Bedingungen auch immer.
Im Moment antworte ich noch höflich, obschon ich mir das wahrscheinlich sparen könnte, weil die gleiche Mail sicher zig Mal versandt wird. Daher: Künftig wandern diese Anfragen besser gleich in den Papierkorb.
Nicht fehlerfrei
Wie man auf der linken Seite des Blogs sieht, habe ich ein paar Erweiterungen vorgenommen. Unter http://gabi-reinmann.de findet sich künftig nicht nur mein Blog (seit einiger Zeit unter neuem Namen: Denkzettel), sondern dort stehen nun auch Informationen zu Publikationen, Lehrtätigkeit sowie Forschung und Entwicklung. Wer mal reinschauen möchte, wird sehen, dass im Herbst (genauer: ab September) bei mir ein paar Veränderungen anstehen. Ich werde dazu vor der August-Sommerpause noch etwas sagen. Im Moment bin ich grad noch mit anderen Dingen beschäftigt. Sollten jemandem zufällig falsche Links oder andere Fehler auffallen – ich freue mich natürlich über Hinweise via Kommentar oder E-Mail. Bei diesen Mengen an Information dürfte das nicht fehlerfrei über die Bühne gehen, fürchte ich. Also schon mal Danke!
Zeit und Geld
Nun ist es soweit: Der Träger-Verein für die Open-Access-Zeitschrift iTeL (Interdisziplinäres Journal für Technologie und Lernen) ist ordnungsgemäß gegründet (hier habe ich von der Gründungssitzung der Zeitschrift Mitte April berichtet) – eine wichtige Voraussetzung, um auch formal (ohne Verlag) beginnen zu können. Zunächst gibt es eine Art Interimswebseite (hier), auf der ab nächster Woche die wichtigsten Dokumente für einen allmählichen Start öffentlich zugänglich sein werden (Darstellung des offenen Begutachtungsverfahrens, an dem mir persönlich besonders viel liegt, Autorenrichtlinien, erster Call etc.).
Nicht nur von Interdisziplinarität reden
Nun wird es mal Zeit, dass ich kurz vom erfolgreichen Abschluss dreier Dissertationen berichte: Carsten Druhmann, Diana Jurjević und Markus Steidle haben alle nacheinander Anfang 2013 ihre Dissertationen abgegeben und im letzten Monat – also im Mai – ihr Kolloquium absolviert: also einen Vortrag zu ihrer Arbeit gehalten und sich der Diskussion mit drei Prüfern gestellt.
So unterschiedlich die drei Arbeiten waren, gibt es doch auch eine Gemeinsamkeit, nämlich die, dass sie alle in irgendeiner Form interdisziplinär ausgerichtet waren – mit allen Höhen und Tiefen, die damit verbunden sind.
Hochschuldidaktik 2014
Es nun schon wieder fast zwei Monate her, dass ich den Studientext Didaktisches Design nun das letzte Mal aktualisiert habe – allerdings nur im Hinblick auf ein paar wenige zusätzliche Literaturquellen und wieder mal die Bereinigung einiger Tippfehler.
Hier die aktualisierte Version:
Ein letztes Mal aktualisiert heißt: In dieser Form werde ich den Studientext nicht mehr fortführen. Vielmehr wird der (lange gewachsene) Text der Kern einer neuen Schrift zum Didaktischen Design in der Hochschullehre werden. Zusammen mit Sandra Hofhues und Silvia Hartung soll dieses Buchprojekt (keine Sorge: auch im Open Access-Format) realisiert werden. Einen genauen Titel haben wir noch nicht, aber feststeht: Wir wollen ein hochschuldidaktisches Buch machen und damit unter anderem auch UNSER Verständnis von Hochschuldidaktik explizieren.
Heute hatten wir dazu unser „Auftakttreffen“. Wir werden das Buch allerdings nicht in drei Stunden schreiben und auch sonst keinen Geschwindigkeitsrekord an den Tag legen, aber auch kein Jahrhundertwerk daraus machen: Geplant ist, das Buch im Frühsommer 2014 fertig zu haben – ich denke, das schaffen wir. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in diesem Team mit Personen, deren Arbeitsweise mir vertraut ist. Das nämlich ist aus meiner Sicht eine ganz wesentliche Voraussetzung für ein solches gemeinsames Vorhaben, dem ich zuversichtlich entgegensehe.
Zusammen 130 Jahre alt
Was verbindet Rolf Schulmeister und Peter Baumgartner? Viel!! Und genau das haben beide auch noch einmal in einem Online-Treffen vor zwei Tagen betont, als wir ihnen eine Doppelfestschrift überreicht haben (Peter hat bereits hier darüber berichtet), denn: Zusammen werden Rolf und Peter dieses Jahr 130 Jahre alt. In Rekordzeit, weil recht kurzfristig geplant, ist ein Open Access-Band zur Hochschuldidaktik für die beiden Jubilare entstanden. Wer sich wundert, dass die Hochschuldidaktik und nicht E-Learning im Fokus steht, dem sei gesagt: Das Feld des Lehrens und Lernens im Kontext Hochschule verbindet Rolf und Peter (aus meiner Sicht) mindestens genauso wie das Lehren und Lernen mit digitalen Medien. Beide sind außerdem seit längerem davon überzeugt, dass Hochschuldidaktik und Mediendidaktik Hand in Hand gehen müssten und eine isolierte Betrachtung dieser beiden Felder wenig sinnvoll sei. Und deshalb vereint der Band „Hochschuldidaktik im Zeichen von Heterogenität und Vielfalt“ Beiträge, die hochschuldidaktische Themen ebenso wie mediendidaktische Themen mit Bezug zur Hochschule behandeln.
Dank der Unterstützung von Sandra Schön und Martin Ebner ist es gelungen, das Buch als Open Access-Publikation zu produzieren. Es ist daher frei im Internet zugänglich, nämlich hier. Selbstverständlich kann es aber auch gedruckt bestellt werden (demnächst z.B. hier). Und ein kleines Video gibt es auch dazu ebenso, nämlich hier.
Wir (die Herausgeber und Autoren) hoffen, dass Rolf und Peter die Texte mit Gewinn lesen. Ebenso hoffen wir natürlich auf viele andere interessierte Leser/innen und darauf, dass das Buch einen weiteren Impuls für das Zusammenwachsen der E-Learning-Community auf dem Hochschulsektor mit der hochschuldidaktischen Community gibt. Ich bin überzeugt, dass beide „Seiten“ davon nur profitieren können.
Denkzettel
Wie manche vielleicht schon bemerkt haben, stehen in meinem Blog ein paar Neuerungen an. Nach gut sechs Jahren war mal ein neues Design fällig. Außerdem werde ich bis Sommer die Seite um weitere Informationen ergänzen – neben Publikationen auch solche über Forschung und Lehre. Das Ganze ist also noch ein bisschen Baustelle und wird es auch noch eine Weile bleiben. Bei der Gelegenheit fand ich auch, dass ich mal den Namen ändern könnte. Mir ist schon klar, dass das immer eine schwierige Sache ist, weil sich über Jahre hinweg Bezeichnungen (in dem Fall: E-Denkarium) einprägen. Ich versuche es trotzdem – nämlich mit DENKZETTEL. Mir gefällt der Name, weil man ihn vielfältig deuten und einsetzen kann … Ansonsten wird sich nicht viel ändern: Ich werde nach wie vor versuchen, mindestens einmal pro Woche meinen digitalen Zettel mit hoffentlich brauchbaren Gedanken zu dem zu füllen, was mir so auffällt und durch den Kopf geht und öffentlich mitgeteilt werden kann 😉
Zum Bild: Nein, ich verkaufe keine Gartenmöbel, ich mag sie einfach nur – unsere bunten Stühle zuhause …
Man muss auch dran glauben
Peter Baumgartner und Claudia Bremer haben es bereits gepostet: Es wird, nachdem die „Zeitschrift für E-Learning“ (ZEL) in der gewohnten Form aus unserer Sicht nicht mehr sinnvoll war, wieder eine deutschsprachige Zeitschrift geben, die sich dem Themengebiet „Lehren, Lernen, Bildung und digitale Technologien“ widmet. Unter dem Akronym iTeL – steht für „Interdisziplinäres Journal für Technologie und Lernen“ – wollen wir künftig noch interdisziplinärer agieren und vor allem eine Open Access-Publikationsmöglichkeit mit neuem Peer Review-Verfahren auf die Beine stellen. „Wir“ sind ein (im Vergleich zur ZEL) erweiterter Kreis von Wissenschaftler/innen, die sich für das neue Vorhaben begeistern.
Ich möchte jetzt nicht wiederholen, was Claudia und vor allem, etwas ausführlicher, Peter schon über die bisherigen Entwicklungen und noch anstehenden Aufgaben gesagt haben. Am besten auf Peters Blog (hier) und dem GMW-Blog (hier) nachlesen.
Meine persönliche Hoffnung auf einen Erfolg von iTeL schöpfe ich vor allem aus dem größeren Kreis der beteiligten Personen, denn: Mehr Mitdenker schaffen einfach mehr, können sich gegenseitig besser Ideen zuspielen und unterstützen, aber auch Spitzen in der Arbeitsbelastung angemessener ausgleichen. Wichtig erscheint mir, von der dahinterstehenden Idee überzeugt zu sein, also davon, (a) dass es sich AUCH lohnt, Deutsch zu publizieren, (b) dass es trotz aller damit verbundener Schwierigkeiten möglich ist, AUCH im Open Access-Format eine hochwertige Zeitschrift zu machen, und (c) dass es NEBEN der Begutachtung zum Zwecke der Selektion noch so etwas wie eine Feedbackkultur in der wissenschaftliche Auseinandersetzung um Theorie, Empirie und Entwicklung und deren Beitrag für Wissenschaft und Praxis geben kann – auch wenn damit der Aufwand steigt. Ja, ein bisschen dran GLAUBEN muss man da schon, sonst wird es nichts – sonst holen einen die vorweggenommenen „Wenns und Abers“ schnell wieder ein, sonst gibt man bei den ersten Hürden (die sicher kommen werden) zu rasch wieder auf.
Ich ergänze also Peters „Unterstützt uns!“ durch ein „Glaubt dran!“ 😉 (auch wenn es LEIDER keine Sicherheiten gibt)