Sendepause

Ein bisschen früher und ein bisschen länger als üblich … wird die Sendepause 2015. Warum? Zum einen brauche ich dringend etwas Zeit zum Aufatmen, zum Nachdenken, zum Aufarbeiten, zum Planen. Es ist viel passiert seit August 2014 – das muss sich jetzt mal „setzen“. Zum anderen müssen wir noch komplett gen Norden ziehen und das kostet natürlich auch einiges an Zeit. Daher gibt es jetzt im Denkzettel-Blog eine Pause bis zum 06. September 2015. Ich melde mich dann mit hoffentlich klarem Kopf und neuen Ideen wieder – aus Hamburg. Bis dann!

25. Juli 2015 von Gabi.Reinmann
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Die Sache mit der Implementation

Kürzlich habe ich einen Beitrag über Design-Based Implementation Research (DBIR) gelesen – bereits zum zweiten Mal, weil ich beim ersten Lesen noch kein so rechtens Interesse fand:

Fishman, B.J., Penuel, W.R., Allen, A.-R., Cheng, B.H. & Sabell, N. (2012). Design-Based Implementation Research: An emerging model for transforming the relationship of research and practice. In B. J. Fishman & W. R. Penuel (Eds.), National Society for the Study of Education: Vol 112. Design Based Implementation Research (pp. 136-156). Online hier verfügbar

DBIR ist ein Ableger der Design-Based Research (DBR)-Bewegung. Im Zentrum von DBIR steht die Frage, was wo, wann und für wen funktioniert. Man konzentriert sich auf die Implementierung von Programmen, Konzepten, Methoden, Medien in der Bildung. DBIR verschreibt sich dem Ziel, Verbesserungen in der Bildung skalierbar und nachhaltig zu machen, also qualitativ gute und wirksame Programme, Konzepte, Methoden, Medien in die Breite zu tragen und langfristig zu verankern. Berücksichtigt wird, dass es man es im Bildungskontext nicht mit einfach zu beforschende Objekten zu tun hat, sondern mit sozialen Praktiken, die in der Regel an lokale Bedingungen angepasst werden müssen, um ihre potenzielle Wirkung zu entfalten. Eine skalierbare und nachhaltige Implementierung von Programmen, Konzepten, Methoden, Medien in der Bildung erfordert allerdings einen Wandel der Lehr-Lern- und Prüfungskulturen, inklusive Überzeugungen und Annahmen der Akteure. DBIR setzt auf eine enge Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis, die wechselseitig transformativ wirkt, also mit Veränderungen auf beiden Seiten einhergeht.

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21. Juli 2015 von Gabi.Reinmann
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Ziemlich traditionell

Über die Doktorandenausbildung habe ich schon des Öfteren in diesem Blog berichtet (z.B. hier). Anfang 2013 habe ich meine Versuche und Erfahrungen etwas ausführlicher dokumentiert (hier). Nun fange ich in Hamburg in gewisser Weise (mal wieder) neu an. Aus der „alten“ Doktorandengruppe (aus Augsburg und München) sind – wie es sich gehört – die meisten bald fertig. Mit „Neuzugängen“ war ich in den letzten beiden Jahren zurückhaltend, weil insgesamt etwas unklar war, wie sich meine eigenen Betreuungsmöglichkeiten entwickeln werden. Diese Zurückhaltung kann und werde ich jetzt wieder etwas reduzieren – allerdings mit Blick auf eine angemessene Anzahl (vor allem an Doktoranden), die in manchen Phasen ein bisschen zu hoch war. In jedem Fall ist die Zeit reif für etwas Neues.

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16. Juli 2015 von Gabi.Reinmann
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Anbahnung von Vertrautheit

Sechs Wochen Universität Hamburg (UHH) und Interdisziplinäres Zentrum für universitäres Lehren und Lernen – Zeit für ein allererstes persönliches Zwischenfazit? Zum einen erscheint mir das zu früh (was schafft man schon in gerade mal sechs Wochen?), zum anderen liegt es nahe, etwas zu sagen, denn: Für erste Eindrücke und Versuche, Fuß zu fassen, reichen sechs Wochen allemal. Ein Versuch also:

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12. Juli 2015 von Gabi.Reinmann
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Jeder muss unterschreiben

Mir geht es manchmal so, dass ich gar nicht mehr merke, wenn ich selber Mainstream-Begriffe benutze, weil sie sich schon so sehr eingebürgert haben und/oder weil man den Eindruck hat, dass man nicht mehr darum herum kommt. Aber das ist freilich falsch, denn selbstverständlich kann man etwas immer auch anders, am besten einfach und präzise, sagen als es eine scheinbar umfassend legitimierte Sprachregelung nahelegt. Ein schönes Beispiel dafür dürfte (neben anderen) das Qualitätsmanagement sein.

Sowohl die Sprache als auch der „Geist“ des (aus der Wirtschaft stammenden) Qualitätsmanagements hat die Hochschulen seit den 1990er Jahren im Griff – aber es scheint immer schlimmer zu werden. Wie schlimm es schon ist, lässt sich kaum pointierter und anschaulicher auf den Punkt bringen, als es Rainer Dollase in einem Text in der duz (Mai 2015) macht:

„Man stelle sich einmal vor, die 1. Bundesliga würde sich anschicken, Standards für die Durchführung von Fußballspielen zu formulieren: Der Fußballspieler bemüht sich auf dem Platz, den Ball in das gegnerische Tor zu treten. Er achtet in Zweikämpfen darauf, dass er gewinnt, dabei aber fair bleibt. Er bemüht sich, hohe Bälle im Falle der sofortigen Weitergabe mit dem Kopf, im Falle des Weiterspielens mit dem Fuß zu stoppen etc. Zielvereinbarung: Die Mannschaft bemüht sich, das nächste Spiel zu gewinnen. (Jeder muss unterschreiben.) Interne Evaluation: Wir prüfen, ob wir das Ziel erreicht haben. So oder ähnlich würden Qualitätsmanager ihr QM-Nachschlagewerk für die 1. Bundesliga formulieren. Banal und überflüssig wäre das, wie QM an Hochschulen.“

Wer jetzt Interesse am ganzen Beitrag hat, kann diesen hier online lesen.

03. Juli 2015 von Gabi.Reinmann
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Zweifel zerstreuen

Dualismen machen das Leben, das Wahrnehmen, vor allem das Entscheiden leichter, geben einem Sicherheit und zerstreuen Zweifel – auch an der Hochschule und in der Hochschuldidaktik. Dualismus bedeutet so viel wie Polarität, Zweiheit, auch Gegensätzlichkeit. Mit Dualismen in der Hochschullehre und Hochschuldidaktik beschäftigt sich ein Text von Bruce Macfarlane, über dessen Inhalt es sich aus meiner Sicht lohnt, genauer nachzudenken:

Macfarlane, B. (2015). Dualisms in higher education: a critique of their influence and effect. Higher Education Quartely, 69 (1), 101-118. Online hier.

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29. Juni 2015 von Gabi.Reinmann
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Selbstzufrieden

Die europäischen Minister/innen haben sich Mitte Mai 2015 wieder zur Bologna-Konferenz (siehe hier) getroffen … und sind zufrieden mit sich, wie es scheint. Jedenfalls kann man das der Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) (siehe hier) so entnehmen. Dort heißt es unter anderem:

„Zentrale Punkte des im Rahmen der zweitägigen Konferenz gemeinsam verabschiedeten Kommuniqués sind unter anderem der Ausbau der Studierendenzentrierung der Lehre, die Schaffung flexibler und transparenter Lernpfade und die Förderung einer Hochschulbildung, die die Beschäftigungsbefähigung der Absolventinnen und Absolventen in sich schnell verändernden Arbeitsmärkten stärkt.“ Das sei der richtige Weg, so Prof. Dr. Holger Burckhart, HRK-Vizepräsident für Lehre und Studium, Lehrerbildung und Lebenslanges Lernen. In dieser Allgemeinheit wird wohl keiner widersprechen: Wer wollte schon die Lehre von den Studierenden de-zentrieren, Lernpfade (was immer das genau heißen mag) unflexibel und intransparent gestalten und Studierende auf die Arbeitslosigkeit hin vorbereiten. Also stimmt man natürlich zu.

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24. Juni 2015 von Gabi.Reinmann
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Hochschulforschung – Wissenschaftsforschung – Bildungsforschung

Die Online-Redaktion des Newsletters der Universität Hamburg hatte mich um ein Interview gebeten. Das habe ich gerne gegeben und unter anderem dazu genutzt, mein Verständnis von hochschuldidaktischer Forschung zu formulieren, nämlich:

Hoch­schul­di­dak­tik ist mei­ner Ein­schät­zung nach immer zu­gleich Hoch­schul­for­schung, Wis­sen­schafts­for­schung und Bil­dungs­for­schung. Das heißt: Hoch­schul­di­dak­tik be­schäf­tigt sich mit dem Leh­ren und Ler­nen an der In­sti­tu­ti­on Hoch­schu­le und im­pli­ziert daher Hoch­schul­for­schung; ihr Ge­gen­stand ist die Wis­sen­schaft, was sie deut­lich von an­de­ren Di­dak­ti­ken un­ter­schei­det, wes­halb sie genau ge­nom­men immer auch Wis­sen­schafts­di­dak­tik sein muss; in die­sem Rah­men schließ­lich hat sie nicht alle Phä­no­me­ne im Blick, son­dern pri­mär das äu­ßert kom­ple­xe Ver­hält­nis von Leh­ren und Ler­nen und ist somit eine Form der Bil­dungs­for­schung.

Das gesamte Interview kann man online hier abrufen; zur jeweils aktuellen Ausgabe des Newsletters geht es hier.

20. Juni 2015 von Gabi.Reinmann
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Angekommen

Hamburg – es ist noch ein unwirkliches Gefühl, plötzlich eine uni.hamburg-Adresse zu haben und aus der Bahn am Dammtor oder Stephansplatz zu steigen und nicht nur zu Gast zu sein. Und natürlich: Es wird wieder ein paar Monate dauern, bis ich mich mit dem neuen Umfeld, mit neuen Kollegen/innen, Mitarbeiter/innen und Studierenden, mit einer neuen Organisation und neuen Fakultät vertraut gemacht haben werde.

Wenn ich auf die letzten fünf, sechs Jahre zurückblicke, dann liegt doch eine eher unstete Zeit hinter mir: Nach zehn Jahren an der LMU München im Mittelbau nach meinem Studium (1990-2000), kam meine erste Professur an der Uni Augsburg (2000-2010) – eine für mich stabile und sehr schöne Zeit; im Vergleich dazu war meine Verweildauer an der Universität der Bundeswehr München (2010-2013) mit dreieinhalb Jahren doch wesentlich kürzer; und das Experiment am Bodensee (siehe hier) dauerte weniger als zwei Jahre (2013-2015). Es sieht nicht nur so aus, als sei ich auf der Suche gewesen. Ich denke, es ist auch so. Ich hatte bei jedem Wechsel (wie sollte es auch anders sein) bestimmte Erwartungen, und ich hatte Gründe für meine Entscheidungen, die wohl in den seltensten Fällen von außen so richtig sichtbar sind. Einige dieser Erwartungen haben sich nicht erfüllt; nicht alle Gründe haben sich als passend herausgestellt. Die höchst verschiedenen Eindrücke und Erlebnisse speziell seit 2010 aber haben meinen Horizont ganz wesentlich erweitert, allein schon deshalb, weil die Universitäten, die ich kennenlernen durfte, unterschiedlicher nicht sein konnten.

Und nun die Universität Hamburg, die gerade in der Hochschuldidaktik eine wahrlich erwähnenswerte Tradition hat – also ja: Ich glaube und hoffe, dass ich jetzt angekommen bin.

14. Juni 2015 von Gabi.Reinmann
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Ein Oskar für das Lebenslehrwerk

„Wir haben von Ihrer Begeisterung und Ihrem Engagement profitiert, von Ihrem Feedback und Ihrem Interesse an uns und unseren Leistungen. Dafür danken wir Ihnen“. Diese Worte formulierten nicht nur mehrfach, sondern durchgängig und in verschiedenen Varianten Studierende am Tag der Lehre 2015 an der Universität Wien, zu dem ich kürzlich eingeladen war (hier der Link zum Blogbeitrag mit meinem Vortrag). Fünf Lehrende wurden an diesem Tag für ihre Lehre ausgezeichnet, und alle waren von Studierenden vorab nominiert worden. Aus diesem Grund hielten auch Studierende eine kleine Laudatio für jede/n Preisträger/in, in der sie ihre Beweggründe für die Nominierung deutlich machten.

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08. Juni 2015 von Gabi.Reinmann
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