Verrat auf Burg Felsenstein – so heißt die neue Folge der Detektei Suni (hier), die thematisch auf der Grundlage der Augsburger Kinderuni-Vorlesung von Prof. Dr. Christoph Becker mit dem Titel „Ein Unglück kommt selten allein: Wer bezahlt den Schaden?“ entstanden ist. Das Cover kommt wie immer von Frank Cmuchal. Für Skript und Web-Seite ist Ruben Schulze Fröhlich zuständig. Wir warten immer noch auf finanzielle Unterstützung seitens der Uni. Wie es aussieht, rückt sie näher, aber ich glaube es erst, wenn Geld auf unserem Konto ist. Wahnsinn: An sich müsste uns die Unileitung bei diesem Marketing für die Uni Augsburg doch zumindest mal EINEN Wunsch von den Lippen ablesen, oder?
Kategorie: geschehen
Warum ich an der Uni ein großes Postfach habe
Als ich im Herbst 2001 die Professur für Medienpädagogik an der Universität Augsburg übernommen habe, habe ich ein Postfach an der zentralen Poststelle erhalten. Mir ist damals nicht aufgefallen, dass es kleine und große Postfächer gibt. Erst im darauf folgenden Sommer habe ich das bemerkt, denn da habe ich ein großes Postfach bekommen. Warum? Weil die vielen Abschlussarbeiten nicht hineinpassten. Vor einer Woche hat man mir die aktuellen Abschlussarbeiten (inzwischen fast nur noch Bachelor- und einige Masterarbeiten) persönlich vorbeigebracht – mit einem kleinen Wägelchen, auf dem sich über 50 Arbeiten (schätzungsweise) befanden. Das ist auch der Grund, warum es in meinem Blog derzeit recht still ist: Nein, ich nutze nicht die letzten Tage vor Vorlesungsbeginn für einen kleinen Urlaub. Ich mache seit einer Woche nichts anderes als Arbeiten zu lesen und zu begutachten: 23 Erstgutachten und 35 Zweitgutachten stehen an – bzw. einiges davon ist Gott sei Dank schon erledigt.
Ich habe mal ein kleine Statistik gemacht:
- SoSe 2002: 15 Erstgutachten
- WiSe 02/03: 9 Erstgutachten
- SoSe 03: 20 Erstgutachten
- WiSe 03/04: 36 Erstgutachten
- SoSe 04: 35 Erstgutachten
- WiSe 04/05: 43 Erstgutachten + 1 Zweitgutachten
- SoSe 05: 23 Erstgutachten + 1 Zweitgutachten
- WiSe 05/06: 25 Erstgutachten + 20 Zweitgutachten
- SoSe 06: 8 Erstgutachten + 13 Zweitgutachten
- WiSe 06/07: 23 Erstgutachten + 20 Zweitgutachten
- SoSe 07: 20 Erstgutachten + 8 Zweitgutachten
- WiSe 07/08: 23 Erstgutachten + 35 (es können aber noch mehr werden – es werden sehr wahrscheinlich noch mehr)
Das macht – heutiger Stichtag – 380 Gutachten in sechs Jahren – ohne DAAD-Gutachten, Gutachten für Studierende, die sich an eine Stiftung wenden, Dissertationsgutachten und Gutachten, die man in oder für Berufungskommissionen erstellt.
Wahrscheinlich gibt es Kollegen/innen, die noch (viel) mehr machen (müssen). Sicher aber gibt es auch viele, die das gar nicht nachvollziehen können, weil entweder die Professuren/Lehrstühle pro Studiengang zahlenmäßig viel mehr sind oder aber weil es in einigen Fächern schlichtweg viel weniger Studierende gibt. Aber darum geht es gar nicht: Eher geht es darum, dass man sich fragen muss: ist das noch das, was man von den Professoren will? Gutachten schreiben und – das kommt noch dazu – bürokratische Anforderungen erfüllen? Und letztere nehmen explosionsartig zu …. aber gut, das ist ein anderes Thema.
Assessment als Gestaltungsfaktor
In eigener Sache möchte ich auf einen neuen Arbeitsbericht aufmerksam machen. Er ist im Zuge eines geplanten Vortrags entstanden; doch die Veranstaltung, bei der ich hätte vortragen sollen, fällt leider aus. Na ja, das Gute daran ist, dass es jetzt vielleicht mehr lesen als es hätten hören können (Arbeitsbericht 16). Thema ist das Assessment – und zwar als ein Gestaltungsfaktor – nicht nur, aber vor allem im Zuge von Bologna und in Zeiten des Web 2.0. Ich möchte das Assessment-Thema in nächster Zeit näher behandeln, weil ich – insbesondere auf der Grundlage praktischer Erfahrung – fest davon überzeugt bin, dass es ein Schlüsselthema im Bereich der Lehre ist.
GMW 2007: Best Paper Award
Besonders gefreut hat mich auf der diesjährigen GMW die Präsentation von Sandra (Hofhues) und Tobias (Jenert). Die beiden haben unseren Beitrag zum Begleitstudium Problemlösekompetenz präsentiert, den wir zusammen (Sporer, Reinmann, Jenert, Hofhues) verfasst haben. Die beiden haben das sehr gut gemacht; Sandra hat vor kurzem ihren Master abgeschlossen, Tobias steht kurz davor. Ein meine, da haben wir in Augsburg einen guten wissenschaftlichen Nachwuchs (wir haben natürlich noch mehr davon ;-)). Zusammen mit Tom (Sporer) haben die beiden auch in der Preconference einen Workshop zum gleichen Thema angeboten. Leider blieb die Beteiligung hinter den Erwartungen zurück: Zu stark war das Thema wohl auf die Studierenden selbst ausgerichtet, die leider nicht allzu zahlreich da waren. Trotzdem waren die Erfahrungen auch im Workshop für alle Beteiligten positiv. Belohnt wurde das Ganze schließlich durch den Best Paper Award am Schluss, als ich leider schon im Zug sitzen musste. Ich danke an der Stelle dem ganzen Team für das große Engagement!
GMW 2007: Das Panel
Die GMW 2007 in Hamburg ist am Freitag (14. Sept.) zu Ende gegangen. Eine umfangreiche Dokumentation der Keynotes und einiger anderer Vorträge findet sich auf der Web-Site zur GMW 2008 bzw. wird sich demnächst bald dort befinden (hier). Im Zentrum meiner/unserer (ich schließe Frank mal mit ein) Aufmerksamkeit stand natürlich vor allem das Panel, für das wir verantwortlich waren. Das Thema, das wir für das Panel – passend zum Motto der GMW 07 – gewählt hatten, war nicht einfach zu fassen: Die Produktion der Videoanker hatte viel Zeit in Anspruch genommen, ebenso die Akquise der Panel-Teilnehmer. Am Rande habe ich mit bekommen, dass sich seitens einiger Besucherinnen der GMW Unmut über die geringe „Frauenquote“ breit gemacht hat. Also liebe Kritikerinnen:
Wir haben mit minimalen Ressourcen und Arbeit in der Freizeit neben der Produktion der Videoanker auch viel Zeit für die Akquise von Personen verwendet, die das Panel (a) direkt durch ihre Teilnahme und (b) durch Interviews, die wir für die Anke verwendeten, unterstützen. Darunter waren auch eine ganze Reihe Frauen, die uns (fast) alle aus den verschiedensten Gründen abgesagt hatten. Es gibt andere Kontexte, da sind die Frauen in der Mehrzahl und Absagen kommen systematisch oder zufällig seitens der Männer. Ist das wirklich ein Grund zur Aufregung? Ehrlich: Ich finde, es gibt Wichtigeres. Womit ich das Thema in diesem Zusammenhang dann auch belassen will.
Wir hoffen, dass sich nun, nach der GMW, doch noch einige auf der Web-Site unseres Vereins „Ökonomie und Bildung“ (hier) umsehen und das Panel kommentieren. Ich denke, es wurden viele interessante Fragen und Aspekte angerissen und natürlich alles andere als ausdiskutiert. Auch hätte ich mir mehr Kontroversen gewünscht; das hat leider nicht so geklappt, wie es vielleicht hätte klappen können. Aber einen Anstoß zum Nachdenken, sollte der eine oder andere Panel-Teilnehmer und unsere Panel-Teilnehmerin 😉 doch gegeben haben. Und wenn es die Diskussion und das eigene Nachdenken über das Thema Kreativität und Lehre anregt, dann hat das Panel seinen Zweck durchaus erfüllt. An der Stelle noch einmal herzlichen dank an die Panel-Teilnehmer/in, die sich ohne Honorar Zeit für diese Runde genommen und mitgemacht haben, sowie an Tom (Sporer) und sein Team für die aktive Unterstützung im Online-Bereich.
Franks Einschätzung zum Panel findet sich hier.
Ende der Sommerpause
Nein, ich war nicht vier Wochen im Urlaub, sondern nur zwei, aber es dauerte über eine Woche, um die sich angestauten Arbeiten zu erledigen und sozusagen wieder „auf der Spur“ zu sein. Was dann so anfällt? Nun, erstens beschäftigt einen eine übervolle Mailbox. Zweitens beglückt einen die Verwaltung inzwischen auch in der bayerischen Ferienzeit mit allerlei Anschreiben: Die Bürokratie, mit der wir an der Uni überhäuft werden, nimmt – so meine Erfahrung – zu und nicht nur das: Weil vieles – wohl ebenfalls aufgrund von Überlastung – in so manchen Verwaltungsbüros länger liegen bleibt, verkürzen sich die Zeiträume, in denen irgendwelche Berichte, Dokumentationen geschrieben; Fragebögen ausgefüllt oder Listen erstellt werden sollen. Drittens befinden sich im Moment mehrere meiner Doktoranden in der Endphase ihrer Dissertation: Das erfordert dann auch von mir wieder mehr Unterstützungsaufwand. Viertens haben wir erfreulicherweise ein neues Drittmittelprojekt (Busines@sschool), und ein EU-Projekt (Blended Learning zu Gesundheitsförderung), bei dem wir beteiligt sind, wird Gott sei Dank weiter finanziert. Und dann die GMW Mitte September (dazu in Kürze mehr): Ja, das also sind die Gründe für die Blog-Pause.
Billig-Laptops für die Dritte Welt – und was Journalisten brauchen können
Kurze, allgemein verständliche Texte zu wichtigen Themen, bei denen man einige „Experten“ zitieren möchte – wirklich ein schwieriges Geschäft, das sehe ich ein. Gestern habe ich per Mail ein paar fragen eines Journalisten beantwortet, der einen Text zu den „100-Dollar-Laptops“ verfassen wollte (bzw. jetzt verfasst hat), wie er vor wenigen tagen auch schon in der SZ zu lesen war. Hier erst mal seine Fragen und meine Antworten:
Frage (sinngemäß und gekürzt): Wie sinnvoll es ist, dass in den Entwicklungsländern die Versorgungsquote von einem Laptop pro Kind erreicht werden soll. Gibt es Studien zum Steigerung/Minderung des Lernerfolgs mit Laptops?
Meine Antwort: Die Frage ist schon mal falsch gestellt. Mit jedem Medium kann man lernen, denn Lernen war und ist immer schon mehr von Vorwissen, Lernerfahrungen, Interesse und sozialen Faktoren als von Technologien abhängig. Ob man mit Laptopts besser lernen kann oder nicht, hängt von daher nicht von der Technologie an sich ab, sondern von dem gesamten pädagogisch-didaktischen Setting. Und ein solches kann je nach Zielgruppe, Region und Kompetenzen der Lehrendnen sehr wohl von neuen Technologien profitieren. Beim „One Laptop Per Child-Programm“ geht es aber aus meiner Sicht eher um die Frage nach dem Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und nicht um die Frage, ob man damit besser lernt als mit einem anderen Medium.
Frage: Wie wichtig ist der Lehrer und die Betreuung bei Laptop-Klassen?
Meine Antwort: Genauso wichtig wie in jedem Bildungsarrangement. Unsere Einzelfallstudie dazu hier.
Frage: Wie sehen sie die OLPC-Initiative? Ist eine Vollausstattung sinnvoll?
Meine Antwort: Ich bin leider kein Experte in Sachen Entwicklungshilfe. Und ich meine, diese Frage lässt sich keinesfalls allein aus einer pädagogischen Perspektive heraus beantworten. Das muss man auch aus einer politischen Sicht unter die Lupe nehmen. Ich meine aber, dass die Initiative durchaus Wert ist, gewürdigt und vor allem genauer analysiert zu werden, denn die angekündigte Hardware klingt durchaus viel versprechend und der damit verbundene Impuls, Open Source-Produkte zu verbreiten, kann im Bildungsbereich – egal ob in der Dritten Welt oder bei uns – sicher nicht schaden.
Frage: In den USA scheint ein gegensätzlicher Trend einzusetzen, dort wurden die Laptops aus einer Modellschule verbannt.
Darauf hab ich nicht noch mal geantwortet, sondern auf eine WDR-Sendung verwiesen (hier).
Ach so: Und hier natürlich nun der Artikel in der Frankfurter Rundschau.
Fifth Dimension
Seit 2003/04 ist Tom Vogt bei uns, bietet Lehrveranstaltungen an und ist vor allem Treiber des Fifth Dimension Projects, für das es nun eine neue Web-Site gibt. Schmückstück der Seite ist ein Film über Fifth Dimension, auf den peinlicherweise Helge schon viel früher, vor einigen Tagen, hingewiesen hat. Aber wie das halt am Semesterende so ist: Da überstürzen sich oft die Deadlines und Anfragen. Ich bin nicht früher dazu gekommen.
Aber jetzt, wie gesagt, endlich der Hinweis auf Toms Film (der das Projekt eingängig vorstellt). Tom möchte ich an der Stelle meinen großen Dank für sein unermüdliches, ehrenamtliches Engagement aussprechen – und natürlich auch allen Studierenden, die sich Tom anschließen und am Projekt mitarbeiten. Wir werden uns bemühen, die Initiative weiter am Leben zu erhalten.
Ideenlose Hochschullehrer?
Campus Innovation hat uns um ein kleines Interview zum Panel auf der GMW 2007 in Hamburg gebeten. Frank und ich haben ein paar Fragen beantwortet. Das war gut, weil ich so auch noch mal klarstellen konnte, dass das Panel mitnichten MEINE Leistung allein ist, wie leider im GMW-Programm fälschlicherwiese suggeriert wird, sondern dass unser Verein Ökonomie und Bildung dahinter steckt. Unsere Antworten/Statements kann man hier nachlesen.
Kinderunipodcast Detektei Suni – Folge 4
Folge 4 des Kinderuni-Podcasts Detektei Suni mit dem Titel „Gefahr aus der Dose“ ist nun online. Aktuelles Thema: Das Klima. Und: Suni war im Fernsehen (anzuschauen hier). Geld haben wir trotzdem noch keins. Da könenn wir nur hoffen, dass der Uni und allen Fans klar ist, dass das allein auf das große Engagement aller Beteiligten zurückgeht und in hohem Maße von einzelnen Personen abhängig ist. Corporate Volunteering sozusagen – was leider keine Kontinuität garantiert.