SoTL – dranbleiben!

Scholarship of Teaching and Learning (SoTL), so die gängige Darstellung, ist im deutschsprachigen Raum weit weniger verbreitet und etabliert als etwa in den USA. Auf dem Publikationsmarkt ist in den letzten Jahren allerdings ein Anstieg von Veröffentlichungen zu SoTL-Projekten ebenso wie über SoTL als eine für Hochschulen höchst interessante Art des Forschens zu verzeichnen. Nach den von Fahr et al. im Jahr 2022 herausgegebenen Band „Hochschullehre erforschen. Innovative Impulse für das Scholarship of Teaching and Learning“ ist nun – 2025 – ein weiterer SoTL-Band von Bohndick et al. erhältlich: Scholarship of Teaching and Learning und disziplinäre Forschung: Eine komplexe Beziehung.

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So soll Lehre sein?

Die Ansprüche an Hochschullehre steigen – in ihrer Menge ebenso wie in ihrer Komplexität. Anfang des Jahres habe ich versucht, meine Beobachtungen, Einsichten aus Literatur und eigene Überlegungen, die sich schon länger angesammelt hatten, etwas zu systematisieren. Herausgekommen ist ein Text, der (trotz erster Skepsis) im Sommer 2025 dann doch in der Zeitschrift die hochschullehre veröffentlicht worden ist: Der Beitrag mit dem Titel „So soll Lehre sein? Ansprüche an Hochschullehre. Ein Essay“ ist online hier zugänglich. Wer sich erst mal kurz orientieren will sei auf das Abstract verwiesen:

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Werkstolz!?

Werkstolz – braucht man das oder ist das ein überflüssiges Gefühl? Ist Werkstolz Teil einer professionellen Identität im Wissenschaftskontext oder Ausdruck einer überholten individualistischen Haltung? Der Einstieg in die Sommerpause war verregnet und mündete in einen spontanen Dialog mit Mensch und Maschine zum Werkstolz, den ich noch im August in einem Impact Free Artikel – zusammen mit Frank Vohle – festgehalten habe. Wir freuen uns, wenn der Text (hier abrufbar) auf Interesse stößt.

Selbstverständlich mitgedacht?

Die Frage, welche Rolle das fachliche Wissen im Kontext der Hochschulbildung künftig (noch) spielen wird oder besser: spielen soll, wenn generative KI zum selbstverständlichen Bestandteil akademischen Handelns wird, treibt mich schon länger um. Meine Skepsis gegenüber einer allzu starken Begeisterung für fachübergreifend angelegte Future Skills (siehe dazu auch den Impact Free Artikel mit Marco Kalz) – oft in Verbindung mit einer Geringschätzung von Wissen – hat mit dieser Frage zu tun. Ich denke, es reicht mit Blick auf Hochschulbildung nicht, kritisches Denken zu fordern, um zu signalisieren, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit KI selbstverständlich immer mitgedacht ist. Denn: Wie geht kritisches Denken im akademischen Handeln ohne Fachwissen? Als mich vor einigen Wochen Ullrich Dittler für einen Beitrag zu einem Sammelband zu Fragen an die Hochschuldidaktik der Zukunft kontaktiert hat, habe ich diese Gelegenheit genutzt, um meine Argumentation für fachliches Wissen auch oder gerade in Zeiten von KI systematischer auszuarbeiten. Da es natürlich eine Weile dauert, bis das Buch (in 2026) erscheinen wird, ich aber eine Diskussion zu eben diesem Thema tatsächlich auch jetzt wichtig fände, stelle ich ein Preprint zur Verfügung:


Damit verabschiede ich mich in meine sommerliche Blogpause und melde mich Anfang September 2025 wieder zurück. Ich wünsche allen, die hier ab und zu vorbeischauen, ebenfalls eine hoffentlich erholsame Auszeit im Laufe der nächsten Wochen.

Schulische Psychologiedidaktik – Impulse für die Hochschuldidaktik

Seit ein paar Wochen liegt das neue Buch „Psychologiedidaktik an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Ein Lehrbuch mit Unterrichtsmaterialien“, herausgegeben von Ingrid Scharlau, Elena Bender, Justine Patrzek und Christine Schreiber, auf meinem Schreibtisch. Nun habe ich es gelesen und auf Wunsch von Ingrid Scharlau eine Rezension dazu verfasst.

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Didaktisch geeignet?

Werden an Universitäten Stellen besetzt, in denen Lehre zum Aufgabengebiet gehört, ist meist auch die Eignung einer Person für diese Aufgabe festzustellen. Bezeichnet wird dies in der Regel als pädagogische oder didaktische Eignung. Regelhaft, aber nicht ausschließlich, spielt das in Berufungsverfahren auf Professuren eine zentrale Rolle. Inzwischen sind hierzu verschiedene Instrumente im Einsatz: Probevorlesung oder Probeseminar, probeweise Gestaltung von Lehrsituationen, Lehrveranstaltungsevaluationen, Fortbildungsnachweise, Lehrauffassung oder -philosophie, Lehrkonzept, Lehrplanung, Liste durchgeführter Lehrveranstaltungen oder Lehrbiografie, Praxisbeispiele aus der Lehre, Lehrprojekte oder Lehrforschungsprojekte, Lehrpreise, Lehrportfolio. Welche dieser Instrumente in gegebenenfalls welcher Kombination ausgewählt werden, ist höchst variabel und unterscheidet sich in Deutschland nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Universität zu Universität. Die genannten Bezeichnungen werden zudem nicht überall deckungsgleich verwendet, sind bisweilen organisationsspezifisch definiert oder bleiben in ihrer Bedeutung offen.

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Paradoxes Publikationsverhalten

Wann schreiben Wissenschaftler zu welchem Zweck Texte (oder auch ganze Bücher)? Was treibt sie zum Schreiben und Publizieren an? Ich vermute, dass sich diese Frage nicht eindeutig beantworten lässt. Es kommt wohl darauf an, in welcher Phase einer wissenschaftlichen Karriere man sich befindet.

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KI-Folgenabschätzung

Für die aktuellen Ausgabe von Forschung & Lehre durfte ich einen Beitrag beisteuern, der, so auch die Anfrage vor einigen Wochen, auf dem Beitrag basiert, den ich zusammen mit Alice Watanabe, Dominikus Herzberg und Judith Simon verfasst habe (siehe den dazugehörigen Blogpost hier). Diese Möglichkeit habe ich gerne wahrgenommen und unter dem Titel „Verzichtbar oder notwendig? KI-Folgenabschätzung für die Hochschule“ einen kurzen Text für die Mai-Ausgabe verfasst. Das Heft ist noch nicht online, daher stelle ich ein Preprint zur Verfügung. Bis auf den Tausch von Ober- und Untertitel ist der Text unverändert abgedruckt worden.

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Dialogmaschinen

Seit einigen Monaten treffe ich mich online zum – ich nenne es mal – ungerichteten freien Austausch zu (generativer) KI in der Hochschulbildung mit Dominikus Herzberg, Alice Watanabe, Rüdiger Rhein und Frank. Es entstehen kurze und längere Textfragmente, es gibt asynchrone Kontroversen (denn wir sind durchaus nicht immer einer Meinung) und es kristallisieren sich bisweilen inhaltliche Anker heraus, bei denen es sich lohnt, sie weiterzuverfolgen. Dazu gehört der Gedanke, dass die hohe Anschlussfähigkeit speziell generativere KI an die menschliche Kommunikation ein wichtiger Grund für die hohe Verbreitung im Hochschulkontext ist. Als „Dialogmaschinen“ eröffnen diese KI-Systeme unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten, was wiederum verschiedene didaktische Implikationen hat. Dominikus Herzberg und ich haben dazu nun einen Text verfasst und stellen ihn online als Impact Free-Artikel zur Verfügung: Dialogmaschinen im kommunikativen Beziehungsgeflecht der Hochschulbildung: Idealtypische Nutzungsmodi.