Wo gibt es das sonst?

Mit dem Zeiterleben ist das so eine Sache: Während mir die circa zehn Jahre an der Universität Augsburg (meine erste Uni-Station) ziemlich lang vorkommen sind, habe ich (nach zwei kürzeren Stationen an kleineren Universitäten) an der Universität Hamburg ein Jahrzehnt schon letztes Jahr überschritten. Und bei unserem Masterstudiengang Higher Education (MHE) (berufsbegleitend und konsekutiv) am HUL haben wir nächstes Jahr das zehnjährige Jubiläum. Komplett online ist der Studiengang seit der COVID-19-Pandemie – ein Schritt, den wir bis heute nicht bereut haben. Dass der MHE, so wie er jetzt angeboten wird, gut ankommt und seine Ziele erreicht, hat uns auch die Akkreditierung 2025 bescheinigt (hier geht es zur Liste aller akkreditierten Studiengänge an der Universität Hamburg). Aber: Ist ein solcher Studiengang – klein, persönlich, personalaufwändig – nicht irgendwie Luxus? Braucht man eine wissenschaftliche Ausbildung – forschungsnah, theoriegeleitet, reflexiv –, um die Bildungspraxis an der Hochschule zu verbessern?

Meine Antwort auf beide Fragen lautet – natürlich – ja, und ich möchte dafür (mindestens) drei Gründe angeben und ein wenig erläutern.

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Wie es dem forschenden Lernen ergangen ist

Während des Lockdowns und der erzwungenen Online-Lehre an unseren Hochschulen zwischen Anfang 2020 und Frühjahr 2022 habe ich mich oft gefragt, wie es dabei dem Konzept des forschenden Lernens „ergeht“ (siehe z.B. hier und hier). Mit Ausnahme einiger fortschrittlicher Projekte etwa zu virtuellen Laboren, in denen auch von zuhause naturwissenschaftliche Experimentalforschung möglich sein kann, war mein Eindruck: Das über viele Jahre wieder so viel diskutierte forschende Lernen hatte in der Pandemie das Nachsehen. Nun gibt es ein Buch mit dem vielversprechenden Titel „Undergraduate research in online, virtual, and hybrid courses. Proactive practices for distant students” herausgegeben von Coleman, Hensel und Campbell.

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Besonders unsichere Bedingungen

Wie wir wohl das kommende Wintersemester werden gestalten können? Während die einen fest damit rechnen, endlich wieder „normal lehren“ zu können (sodass auch Studierende wieder ähnlich wie in vorpandemischen Zeiten studieren können), bleiben andere skeptisch angesichts des unberechenbaren Pandemiegeschehens. Wird das Wintersemester 2021/22 also endlich wieder ein Präsenzsemester sein oder wird es hybrid oder am Ende doch wieder weitgehend online stattfinden (müssen)? Da niemand die Antwort genau weiß (immerhin sind es noch einige Monate hin bis zum Beginn der Veranstaltungen), könnte es am Ende auch auf ein Semester hinauslaufen, das uns besonders viel Ambiguitätstoleranz abverlangt. Oder anders formuliert: Es könnte ziemlich herausfordernd werden, zumal da ein flexibler Wechsel der Modi (präsent, hybrid, online) eben nicht so einfach möglich ist – auch wenn diese Ansicht bisweilen aufscheint, vor allem von nicht-didaktischer Seite.

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Ein guter Anlass für Teaching as Design

Präsenz-, Online- oder Hybrid-Lehre? Unter diesem Titel habe ich heute am Department Soziale Arbeit der Fakultät Wirtschaft und Soziales an der HAW Hamburg einen Online-Vortrag gehalten. Vorab habe ich den Beitrag auch schon mal als Video aufgenommen, sodass ich ihn nun auch asynchron zur Verfügung stellen kann: Es ist hier online abrufbar.

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