L3T in der heißen Phase
Passend zur Sommerhitze war in den letzten Wochen die „heiße Phase“ für die fleißigen Autoren/innen des „Lehrbuchs für Lernen und Lehren mit Technologien“ (L3T). Weil ich zum einen ungern Deadlines ausschöpfe und zum anderen noch zwei andere Artikel fertig werden mussten, bevor ich demnächst endlich mal eine Urlaubspause einlege, habe ich den beiden Herausgebern Martin Ebner und Sandra Schaffert mein „Werk“ schon vor zwei Wochen zugesandt. Jetzt, nachdem die Einreichungsfrist zu Ende ist, möchte ich den Preprint zur Verfügung stellen.
Ich bin auf das Review gespannt, das ja – wenn ich das hoffentlich richtig verstanden habe – nicht „blind“, sondern namentlich erfolgt (das hätte ich mir bei den GMW-Reviews auch gewünscht, weil ich mindestens an einen Gutachter schon ein paar Fragen gehabt hätte
). Leicht war der Auftrag nicht: Ausgehend von meinem Studientext zum Didaktischen Design war der Wunsch an mich, einen Bogen von den Ziele einer didaktische Konzeption über Lerntheorien bis zu Ordnungsmodellen zu schlagen – und das auf zehn bis elf Seiten. Da habe ich zugegebenermaßen eine Weile daran gekaut. Leicht dagegen war für mich natürlich, dass ich den Beitrag allein geschrieben habe – ein Grounding-Prozess mit Co-Autoren entfiel dadurch (leider konnte ich dann auch die meisten Fragen des Fragebogens nicht ausfüllen – tut mir wirklich leid).
Ich bin ehrlich sehr gespannt auf den weiteren Prozess und das Gesamtwerk! Ich war anfangs sehr skeptisch (bin es immer noch ein wenig), aber auch beeindruckt und finde es durchaus richtig, dass man so was mal wagt. Wer Mut hat, macht ab und zu Fehler, und nicht alles gelingt. Man macht sich angreifbar. Aber das halte ich in der Wissenschaft, wo es immerhin niemanden in Gefahr bringt, auch für richtig!! Von daher hoffe ich, dass möglichst viele Autor/innen Zeitpläne und sonstige Regeln einhalten können und dabei helfen, dass die gesteckten Ziele erreicht werden.
Donnerstag, 12. August 2010 17:05
Ein schöner, wie immer sehr systematischer Text, der dir da gelungen ist! Da wird im Review-Prozess nicht viel zurückkommen
Ich habe auch nur zwei Marginalien, die ich hier einfach mal schnell niederschreibe. Zum einen könnte ich mir beim Stichwort “Konnektivismus” noch einen kurzen Link auf ein “Original” von George Siemens vorstellen; evtl. noch einen zweiten auf eine der Diskussionen, inwieweit die aktuellen “Open Course”-Projekte eine Brücke zwischen Lerntheorie und didaktischem Design schlagen (z.B. hier: Jenny Mackness, Sui Fai John Mak und Roy Williams, in: Proceedings of the 7th International Conference on Networked Learning 2010, 3./ 4. Mai 2010; http://tinyurl.com/36cxq56)
Zum anderen habe ich den Eindruck, dass in der Berufsbildungsforschung seit einigen Jahren Kompetenzmodelle (K-gruppen, -raster, -klassen) an die Stelle expliziter Lehrzieltaxonomien getreten sind. Dazu gehört z.B. auch die Unterscheidung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen, die in der Kompetenzforschung (Erpenbeck u.a.) getroffen wird.
Die Orientierung an Kompetenzen begegnet ja auch unmittelbar dem von Dir geschilderten “Nachteil” bekannter Lehrzieltaxonomien, dass sie vor allem kognitive Ziele sehr fein ausdifferenzieren.
So, ich hoffe, die Anmerkung passt irgendwie und ist nachvollziehbar.
Beste Grüße, Jochen
Freitag, 13. August 2010 13:24
Hallo Jochen,
ja, im Studientext “Didaktisches Design” (http://lernen-unibw.de/studientexte) habe ich den Konnektivismus (wenn auch mit kritischem Unterton, wie ich gestehen muss) ausführlicher auch mit anderen Quellen dargelegt. Dort finden sich auch Alternativen zu Lehrzielmodellen. Ich kann die Anmerkungen also nachvollziehen. Problematisch am Lehrbuchartikel war der “Platz”, den ich bereits überzogen habe. Ich hoffe doch, einige Leser infolge der notwendigen Auslassungen auf den Studientext “locken” zu können, wo einige Dinge (auch wenn sie da ebenfalls eher prägnant dargestellt sind) etwas breiter und mit mehr Literturhinweisen zu finden sind.
Gabi
Freitag, 20. August 2010 20:59
[...] Gabi Reinmann hat noch vor ihrer Sommerpause ihren Beitrag zum L3T-Projekt online gestellt. Er ist überschrieben mit “Didaktisches Design: Von der Lerntheorie zur Gestaltungsstrategie” – und enthält genau das, was draufsteht: er führt den Leser von der Theorie (bzw. den vier bekannten Lerntheorien) zu Lehrzielen und Lehrzieltaxonomien, dann zur Ausrichtung von Lernumgebungen und schließlich zu konkreten didaktischen Szenarien. Der Text erklärt, wie Theorie und die Gestaltung von Lernszenarien zusammenhängen, warum Lerntheorien wichtig sind und wo ihre Grenzen liegen: “Lerntheoretische Kenntnisse machen einen noch nicht zum didaktischen Designer, weil Lerntheorien keine unmittelbar handlungspraktische Relevanz haben. Sie liefern dennoch eine wichtige Grundlage für reflektierte didaktische Entscheidungen, weil sie für verschiedene Sichtweisen auf das Phänomen Lernen und damit verbundene Lehrstrategien sensibel machen.” Ein lesenswerter Grundlagenartikel! Gabi Reinmann, e-Denkarium, 24. Juli 2010 [...]
Montag, 23. August 2010 15:02
Ich möchte Sie gerne auf die jährliche Konferenz I-KNOW (www.i-know.at) hinweisen, die Ihnen vielleicht interessieren könnte! I-KNOW – DER Vernetzungskongress für Wirtschaft und Wissenschaft – feiert heuer das 10-jähriges Jubiläum und begeistert mit den Themen Wissensmanagement, Enterprise 2.0, Soziale Medien, Semantische Technologien und Future Internet wieder mehr als 400 TeilnehmerInnen. Ich würde mich sehr freuen, Sie begrüßen zu dürfen! LG Alexander Stocker
Donnerstag, 26. August 2010 16:08
[...] weiter in der ursprünglichen Message auf e-Denkarium Bildung Projektblog wird zur Lernwolke [...]