Normalerweise nutzt man sein Blog wohl eher für „Jubelmeldungen“, können inzwischen doch mehrere Studien zeigen, dass diese Form der Kommunikation (via Blog) natürlich auch dem Selbst-Marketing dient. Aber um Eindrücke aus dem Universitätsalltag aus Professorensicht zu schilden, gehört es wohl dazu, dass man ab und zu berichtet, was alles NICHT klappt – z.B. Anträge (vor längerer Zeit habe ich über so etwas ja auch schon berichtet: siehe hier; allerdings hätte ich leider viel zu tun, würde ich das immer machen …).
Vom vor kurzem skizzierten Antragsmarathon liegen erste, leider negative Ergebnisse vor: Das mir wichtigste Thema – nämlich ein Projekt zum Assessment an der Hochschule – wurde beim bmbf abgelehnt, obschon aus meiner Sicht das Konsortium gut besetzt war und das Thema sollte nun eigentlich strategisch mehr als bedeutsam sein. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass wir Prüfungen und Feedback im Rahmen von Bologna dringend angehen müssen, wenn wir auch nur irgendwas unserer didaktischen Ideen in die nächsten Jahre retten wollen. Nun ja, traurig ist, dass es keinerlei Begründungen gibt (also kein Feedback, aus dem man lernen könnte), sondern einfach nur eine Absage
Gleiches gilt für einen EU-Antrag, in welchem der Ansatz der Open Educational Resources im Vordergrund stand – allerdings recht themen- und kontextspezifisch (was das Ganze aber konkreter macht): Auch da noch keine Begründung, aber immerhin soll im Oktober eine kommen (bin gespannt, welche Defizite da hervorgehoben werden). Dieser EU-Antrag war der schlimmste für mich und hat mich die ganzen Osterfeiertage gekostet – wer solche Formulare konzipiert, der sollte ein Jahr lang dazu verdonnert werden, diese selbst mehrfach auszufüllen. Auch das OER-Thema ist ja angeblich politisch gewollt; trotzdem hat es nicht geklappt.
Überhaupt habe ich den Eindruck, dass es bei Forschungsanträgen besser ist, auf dem Mainstream zu schwimmen, vor allem aber bloß nicht vorneweg zu marschieren und es mit Ideen zu versuchen, die ein gewisses Risikopotenzial bergen, weil man was Neues ausprobieren will. Forschungsförderung scheint – so mein zunehmender Eindruck in den letzten Jahren – doch eher konservativ zu sein, vielleicht, weil man das besser beurteilen kann oder weil man sich so besser vor Fehlschlägen schützt? Ich weiß es nicht, aber es ist halt schon ein Jammer, wie viel Zeit man in manche Dinge investiert, die dann nichts werden, und die man ja angesichts der mageren oder gar nicht vorhandene Grundausstattung dann nicht einfach anderweitig umsetzen kann. Ebenso habe ich so meine Probleme mit der vielleicht erfolgreicheren Strategie, einfach anzubieten und zu beantragen, was gerade gefragt bzw. angesagt und gut akzeptiert ist – ich habe da so etwas von „Freiheit von Forschung und Lehre“ im Kopf, die sich mit einer solchen „Nachfrageorientierung“ ja schon etwas beißt. In jedem Fall ist – das kann ich mal festhalten – eine gewisse Frustrationstoleranz gefragt, wenn es heute darum geht, an Geld zu kommen, um das zu machen, wofür man eigentlich seine Ernennungsurkunde erhalten hat: Forschung.
Ich bin jetzt erst mal urlaubsreif und verabschiede mich heute für mind. zwei Wochen in den Urlaub – offline, versteht sich 😉
Web 2.0-Anwendungen sind auch in der Wirtschaft auf dem Vormarsch – so jedenfalls legen es die Ergebnisse der zweiten-Umfrage von The McKinsey Quarterly, durchgeführt im Juni 2008 mit insgesamt 1.988 Führungskräften weltweit. Im Vergleich zur Vorjahresstudie (an der sich mehr Personen beteiligt haben), sind Zuwachsraten bei Investitionen in Web 2.0-Anwendungen zu verzeichnen – wobei es natürlich sein kann, dass sich Vertreter von Web 2.0-affinen Organisationen schlicht mehr an der Befragungen beteiligt haben. Überhaupt finden sich leider kaum methodische Hinweise z.B. zur Akquise der befragten Zielgruppe. Aus den Abbildungen zu Ergebnissen lassen sich aber immerhin die gestallten Fragen weitgehend erahnen. Interessant finde ich zum eine, dass Wissensmanagement zu den wichtigsten internen Funktionen gehört, wenn Web 2.0-Annendungen zum Einsatz kommen. Die häufig formulierte These, Web 2.0 hätte dem in die Jahre gekommenen Wissensmanagement wieder auf die Beine geholfen, scheint also durchaus auch empirischen Rückenwind zu erhalten. Zum anderen fiel mir der Befund auf, dass Organisationen, die sich mit ihrem Web 2.0-Einsatz zufrieden zeigen, mehr Veränderungen in Organisationsprozessen und -strukturen infolge von Web 2.0 wahrnehmen als Organisationen, die hier Enttäuschungen zu berichten haben. Dies deckt sich mit unseren (kleinen) Beobachtungen z.B. in sozialen Organisationen und Bildungsinstitutionen: Der Einsatz von Web 2.0-Anwendungen, so unsere Erfahrungen, verändern Auffassungen von Lehren und Lernen, vor allem auch von Rollen im Lehr-Lerngeschehen ebenso wie Abläufe und die dazu nötigen (auch zeitlichen) Strukturen.
Wissenschaft im Dialog
Kürzlich hat der Wissenschaftsrat wieder mal ein „Konzept zur systematischen Verbesserung der Hochschullehre“ vorgelegt (online abrufbar
Es hat diesmal lange gedauert (und es gibt Gründe dafür): Aber jetzt ist sie da, die neue Folge von „

Über 50.000 Telefon-Interviews (wie schon im Jahr zuvor) mit zufällig ausgewählten Personen ab 14 Jahren liegen den Daten des (N)Online Atlas zugrunde. Ziel ist eine umfassende Erhebung der Internetnutzung in Deutschland, wobei vor allem Geschlechterunterschiede, Altersunterschiede und Unterschiede in den Bundesländern, aber auch Einflüsse von Bildung und Einkommen interessieren. Die Studie kann online (
Am Donnerstag Abend (26.06.08) bis Freitag Spätnachmittag (27.06.2008) ist der neue Beirat des