Gleich zweimal hintereinander habe ich nun Physiker als Partner im wissenschaftsdidaktischen Gespräch gehabt – dem Podcast im Rahmen des Professor:innen-Programms am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL): Ende April mit Prof. Jan Louis (hier) und kürzlich mit Prof. Henning Moritz aus dem Department für Physik der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) – einem erfolgreicher Forscher auf dem gefragten Gebiet der experimentellen Quantenphysik. Auch an diesem Beispiel kann man sehen, dass zeit- und energieaufwändige Forschung nicht zwangsläufig bedeuten muss, die Lehre zu vernachlässigen – im Gegenteil: Zwei Lehrpreise sprechen ebenso für sich wie das, was man im Podcast hier nachhören kann.
Anknüpfend an die beiden Lehrpreise haben wir über die Vorlesung gesprochen, mit der Henning Moritz das Ziel verfolgt, dass Studierende relevante Inhalte in der Tiefe verstehen. Fast zwangsläufig sind wir dabei auf Herausforderungen gestoßen, die viel mit Decoding the Disciplines zu tun haben, ebenso wie auf klassische didaktische Fragen, wie die nach einer angemessenen Balance zwischen Ableitung und Freiraum in der Lehre. Im Laufe des Gesprächs wird aus meiner Sicht (unter anderem) deutlich, wie wichtig meinem Gesprächspartner Modelle und Authentizität sind: Überzeugend sind für ihn diejenigen hochschuldidaktischen Angebote, in denen vorgelebt wird, wie man anderen etwas beibringt, und die Möglichkeit besteht, auch gleich etwas auszuprobieren. Selbst will er ebenfalls Modell für diejenigen sein, die im Fach erst noch lernen, wie man lehren kann. So erklärt sich der Titel, den wir der Podcast-Episode Nummer 24 gegeben haben: „Vorleben, selber machen, verstehen – Lehre in der Experimentalphysik“.