Gabi Reinmann

Hochschuldidaktik

Wettbewerbsfixiert

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In den letzten beiden Wochen hatte ich einen für mich lehrreichen und interessanten Austausch mit Stefan Kühl, Marcel Schütz und Ines Langemeyer zum Positionspapier des Wissenschaftsrates. Ich hatte dazu (spontan wie die Hochschulrektorenkonferenz sozusagen) bereits Anfang Mai meine erste Einschätzung (hier) formuliert. Nun werfen Soziologen auf ein solches Papier noch einmal einen anderen Blick und die daraus resultierende Perspektive scheint mir eine wichtige Ergänzung zu solchen zu sein, die eher die Lehrentwicklung und Didaktik auf der Mikroebene vor Augen haben. Aus dem Austausch ist ein Text entstanden, der nun in mehreren Varianten hoffentlich ein paar Leser findet.

Die FAZ hat (leider nur gedruckt) gestern eine gekürzte Fassung unseres Textes unter dem Titel „Wirklichkeitsfremd und wettbewerbsfixiert“ veröffentlicht (Ausgabe vom 18. Mai 2017, Seite 8 unter der Rubrik Bildungswelten). Ebenfalls gestern ist die Langfassung von Stefan Kühl unter dem Titel „Jenseits eines Potpourris von Plattitüden. Zur Forderung des Wissenschaftsrates nach ´Lehrverfassungen´ an den Hochschulen“ online publiziert worden. Marcel Schütz hat sich dann noch für einen kurzen Gastbeitrag auf dem Blog von Jan-Martin Wiadra eingesetzt.

Mir ist klar, dass man auch „jenseits einer Kritik“ und mit „Wirklichkeitsnähe“ Alternativen aufzeigen muss, die jetzt in den genannten Beiträgen nur anklingen. Finanzierungsalternativen, wie sie die HRK fordert, sind das eine; Hochschulentwicklung und Hochschuldidaktik das andere. In einem Beitrag zur Institutionalisierung der Hochschuldidaktik (zum Preprint geht es hier) habe ich vorgeschlagen, die Hochschullehre aus mindestens drei Zugängen heraus zu fördern: über die Forschung, über serviceorientierte Unterstützung (da gehören auch organisationale Formen der Qualitätssicherung dazu) und über eine Kultur der Lehre, die aus den Fachwissenschaften heraus erwächst. Vielleicht würde sich dies als EIN Ausgangspunkt für Alternativen zu den Vorschlägen des Wissenschaftsrates eignen. Hier liegen also in der Tat noch größere Aufgaben vor uns.

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