Seit einiger Zeit lässt sich beobachten, wie schnell Universitäten auf generative KI reagieren: Prüfungsordnungen und Eigenständigkeitserklärungen werden überarbeitet, Leitfäden entstehen, Lehr- und Prüfungsformate verändern sich. Das hat Gründe: Zum einen ist da der verbreitete Eindruck, man dürfe keine Zeit verlieren und habe ohnehin keine Wahl. Dieser Eindruck wird von Wirtschaft und Politik mit befördert. Zum anderen fühlen sich Hochschulen nachvollziehbarerweise dafür verantwortlich, Studierende auf eine Arbeitswelt und Gesellschaft vorzubereiten, in der KI selbstverständlich sein wird.
In meinem neuen Impact Free-Artikel „Wozu? KI, Hochschulbildung und die Frage nach dem Sinn“ gehe ich angesichts dieser Lage einer Frage nach, die ich schon Anfang 2023, kurz nachdem ChatGPT erschienen war, gestellt hatte. Unter dem Titel „Wozu sind wir hier? Eine wertebasierte Reflexion und Diskussion zu ChatGPT in der Hochschullehre“ hatte ich versucht zu begründen, warum wir über den Zweck von Hochschullehre und die damit verbundenen Werte sprechen sollten. Die Diskussion drehte sich damals vor allem um Prüfungen und Täuschungsversuche. Daran hat sich bis heute, so mein Eindruck, nicht allzu viel geändert. Es erschien mir daher angebracht, die Frage nach dem Wozu erneut zu stellen und explizit den Begriff des Sinns einzuführen. Damit meine ich nicht, dass man mit dem Weiterentwickeln von Lehre und Prüfungen warten sollte, bis die Sinnfrage geklärt ist. Mir geht es darum, die Frage nach dem Wozu von Anfang an mitzudenken und beim Gestalten immer wieder zu ihr zurückzukehren. Wer mehr dazu wissen will, kann unter Impact Free weiterlesen.