„Wir haben unser Projekt ‚Hochschullehre erforschen‘ 2019 begonnen und konnten nicht absehen, vor welchen Herausforderungen wir in der ersten Hochphase der Corona-Krise im Jahr 2020 stehen würden. Die Pandemie hat die Hochschulen, wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche, erheblich durchgeschüttelt. Aber auch wenn sich manches geändert hat: die Hochschullehre zu erforschen ist eines der wichtigsten Anliegen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik. Wir sind froh, dass es uns trotz der widrigen Umstände gelungen ist, dieses Projekt inmitten dieser Krise zu einem Abschluss zu führen.“ So beginnt das (kurze) Vorwort zum nun erschienen Buch „Hochschullehre erforschen. Innovative Impulse für das Scholarship of Teaching and Learning„, herausgegeben von Uwe Fahr, Alessandra Kenner, Holger Angenent und Alexandra Eßer-Lüghausen. Es ist ein umfangreicher Band mit fast 500 Seiten, der zum einen fünf Grundlagen-Texte zum Thema umfasst und zum anderen zahlreiche Anwendungsbeispiele aus unterschiedlichen Fächern sowie Beispiele zu Fragen der Implementierung.
Kategorie: geschrieben
Biete Antrag – Suche Förderung
Es gibt auch im Wissenschaftsbetrieb viele Routinen und vermutlich auch so etwas wie implizite Standards: Wissenschaftliche Vorträge mögen in ihrer Dauer variieren – von 15 min bis endlos scheinend ;-)), aber im Schnitt dürfte das Übliche eine halbe Stunde sein. Artikel verfasst man (klar, abhängig vom Layout) auf 10 bis 15, im Schnitt wohl auf 12 Seiten, und auch für Projektanträge hat sich – wenn auch je nach Förderorganisation mit Abweichung – eine Länge von 10 bis 12 Seiten sozusagen eingespielt.
Hybrid Spaces aus besonderer Perspektive
Tamara Rachbauer und Kathrin Eveline Plank von der Universität Passau haben um Veröffentlichung eines Beitrags in Impact Free gebeten, der ein wichtiges Thema anschneidet, das es in letzter Zeit oft im Fokus steht: die Verschmelzung materieller und virtueller Räume. Kontext ist hier die Lehrerbildung; inhaltlich geht es um ein historisches Thema und um die Frage, was man tun kann, um dem „Verschwinden von Zeitzeugen“ entgegenzuwirken. Hier geht es zum Beitrag mit dem Titel „Mapping Memory? Begründungslinien und Möglichkeiten der digitalen Verortung von Erinnerung in Vermittlungskontexten an einem Beispiel aus der Lehrer*innenBildung“.
Noch am Rätseln …
Wie verändert die COVID-19-Pandemie langfristig die Gestaltung von Hochschullehre? Inwieweit wird die erzwungene Digitalisierung aus den drei Lockdown-Semestern Einfluss nehmen auf den weiteren Einsatz digitaler Technologien in der Lehre wie auch auf den Umgang mit Präsenzlehre? Solche und andere Fragen sind der Beweggrund dafür, dass wir seit dem letzten Wintersemester eine Trendstudie an der Uni Hamburg zur Gestaltung von Hochschullehre durchführen (siehe hier). Nun ist der Bericht zur Lehrendenbefragung vom Sommersemester 2021 online und kann online hier abgerufen werden.
Zwischenstand – zur Diskussion gestellt
Im Nachgang zu unserer SCoRe-Abschlussveranstaltung (siehe hier) habe ich mit Frank noch einen Impact Free-Artikel (hier) verfasst, der unsere Inhalte aus dem Workshop zum Forschenden Sehen zusammenfasst. Unsere Überlegungen sind als Zwischenstand zu verstehen: Das ist der Vorteil mit dieser Publikationsreihe, dass sich hier auf schnellem Wege auch vorläufige Überlegungen festhalten und zur Diskussion stellen lassen.
Eine große Arbeitsgruppe
Kaum ein Thema hat während der pandemiebedingten Digital-Semester die Gemüter wohl mehr erhitzt als das Thema Prüfungen. War es schon schwer genug, die Präsenzlehre erst adhoc und dann auch noch mit steigenden Ansprüchen in digitale Räume zu bringen, haben Prüfungsthemen mitunter das Fass zum Überlaufen gebracht – mit gutem Grund: Vor allem rechtliche und damit zusammenhängende technische Fragen und Probleme (Rechtssicherheit, Ausfallsicherheit etc.) waren und sind bei Prüfungen oft dergestalt, dass man als einzelner Hochschullehrer kaum etwas tun kam, um sie zu bewältigen.
Mit dem Forschungsfünfeck sicherer werden
Bereits 2019 hat DBR-Netzwerk-Mitglied Angelika Bikner-Ahsbahs hier gezeigt, wie das „Research Pentagon“ Promovierende der Mathematikdidaktik im Nachdenken über ihre Forschung unterstützen kann – auch in DBR-Projekten. Alexa Brase und ich haben diesen Faden aufgegriffen und überlegt, wie sich das Forschungsfünfeck als Heuristik speziell für DBR-Vorhaben in der hochschuldidaktischen Forschung nutzen lässt. Ausgangspunkt der Überlegungen war unsere Beobachtung, dass die hohe Dynamik in DBR bei Novizen zu etlichen Unsicherheiten führt. Das angepasste Forschungsfünfeck kann heuristisch genutzt werden, um ein Projekt und seine Veränderungen zu reflektieren, auf Kohärenz zu prüfen und die Dynamik produktiv zu nutzen. Unsere konzeptionellen Überlegungen zum DBR-Forschungsfünfeck haben wir in einem Impact Free-Artikel hier formuliert. Ein dazugehöriges Instrument für die Praxis erproben wir im Wintersemester im Master Higher Education.
Ohne größeren Zeitverzug
Hybrid Lehren – das Thema bewegt derzeit viele angesichts der wenig vorhersehbaren Pandemie-Lage im kommenden Herbst und Winter (siehe hier). Aus diesem Grund hatte ich meine letzten Beiträge dazu (siehe hier und hier) als Impact Free-Artikel ohne größeren Zeitverzug veröffentlicht, weil sich Fragen dazu, welcher didaktischer Spielraum und welche Anforderungen sich auftun, natürlich JETZT stellen und nicht erst in einigen (oder vielen) Monaten. So ähnlich sehen das offenbar auch Dorina Gumm von der TH Lübeck sowie Steffi Hobuß von der Leuphana Universität. Sehr gerne komme ich dem Anliegen der beiden Autorinnen nach, ihren Text zur Hybrid-Lehre unter Impact Free zu publizieren. In diesem steht das Bemühen im Fokus, die Verständigung zum Thema Hybrid-Lehre zu befördern, was dringend notwendig erscheint, sind die Vorstellungen dazu doch immer noch oft zu einfach. Hier geht´s zum neuen Impact Free-Artikel 38.
Irgendwie hybrid
Das Thema hybride Lehre dürfte mit Beginn des Wintersemesters wohl weiter an Fahrt aufnehmen. Die Pandemie scheint abzuflauen, doch vor neuen Wellen wird gewarnt, und letztlich weiß niemand, was das für die Hochschullehre ab Oktober 2021 bedeuten wird. Besser also online UND in Präsenz – also „irgendwie hybrid“ – planen?
Nicht nur Wortklauberei
Typ, Format, Form oder Szenario? Es ist keine neue Frage, welcher dieser Begriffe sich genau unter welchen Bedingungen für was eignet, wenn man hochschuldidaktische Kategorien kreieren und zum Beispiel Ordnungssysteme erarbeiten will. Das ist auch beim Thema Prüfen der Fall. Manch einem mag das als Wortklauberei vorkommen. Ich denke aber doch, das man in wissenschaftlichen Kontexten ein angemessenes Maß an Genauigkeit braucht.