Wenn es um generative Künstliche Intelligenz (KI) im Studium geht, steht das akademische Schreiben in der Regel im Mittelpunkt des Interesses. Weit weniger Aufmerksamkeit erfährt dagegen das Lesen, obschon auch dieses von KI auf vielfältige Weise beeinflusst wird. Ein inzwischen wohl allseits bekannter Effekt der Verfügbarkeit von KI dürfte das Abkürzen sein: Indem KI auf Knopfdruck Zusammenfassungen von Texten liefern kann, lassen sich – scheinbar – Lesezeiten beliebig verkürzen. Aber der Einfluss geht tiefer. Der Akt des Lesens selbst unterliegt einem Wandel, was zwar immer schon, also seit Beginn des Lesens in der Menschheitsgeschichte, zu beobachten ist, mit KI aber doch (auch hier) eine ganz eigene Qualität hat. In einem lesenswerten Text beschäftigt sich Birte Platow in der Ausgabe 5 von 2025 der Pädagogischen Rundschau mit diesem Thema und beleuchtet Unterschiede (und Gemeinsamkeiten) menschlichen und maschinellen Lesens sowie deren wechselseitige Beeinflussung. Der Beitrag: Platwo, B. (2025). Über künstliches Lesen, Lesekunst und die Kunst des Lesens. Pädagogische Rundschau, 5, 505-515. ist online zugänglich.
„Maschinen lesen Menschen“ weiterlesenSchlagwort: KI
Widerstand leisten
Schon lange hatte ich auf ein wissenschaftsdidaktisches Gespräch mit Judith Simon gehofft – noch kurz vor Weihnachten hat es dann geklappt. Die PodCast-Episode unter dem Titel Verführung zur Reibungslosigkeit? KI in der Hochschulbildung ist nun online. Das Gespräch widmet sich etwas breiter den Auswirkungen von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) auf Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft. Ähnlich wie Helga Nowtony (siehe dazu einen meiner letzten Blogbeiträge hier) setzt Judith unter anderem auf den Begriff der Reibungslosigkeit, um problematische Folgen des KI-Einsatzes auch an der Hochschule zu reflektieren: KI macht Interaktionen und Prozesse smart, einfach, schnell, effizient – ohne Reibung eben und mit dem Versprechen, Aufwand zu minimieren. Wer dazu auch an einem Vortrag Interesse hat, kann zum Beispiel hier reinhören (vom Juni 2025).
„Widerstand leisten“ weiterlesenAlumni-Weekend zum Thema KI in der Lehre
Mit Beginn des Jahres 2026 wollen wir am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) die Aktivitäten mit und für Absolventinnen und Absolventen unseres Masterstudiengangs Higher Education verstärken. Dazu haben wir bereits eine Übersicht auf die Webseite gestellt, die zeigt, was wir uns diesbezüglich alles vorgenommen haben. Eine der Maßnahmen ist ein jährliches Alumni-Weekend zu Beginn des Jahres: ein interaktives Online-Themenangebot am Wochenende für Alumni – wahlweise auch offen für Studierende des MHE. Das erste Alumni-Weekend hat nun am vergangenen Samstag stattgefunden.
„Alumni-Weekend zum Thema KI in der Lehre“ weiterlesenDéjà-vu: Innovation ohne Forschung?
„Die DFG ermöglicht die Nutzung von KI in der Begutachtung. Die Bundesregierung plant indes kein Nachfolgeprogramm für ´KI in der Hochschulbildung´“ – heißt es bei Forschung und Lehre in einem Artikel (hier), der bereits kurz vor Weihnachten erschienen ist.
„Déjà-vu: Innovation ohne Forschung?“ weiterlesenVielfältige Erkenntniswege
Noch im bereits vergangenen Jahr habe ich mit David Piesk, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt MarSkills an der Universität Marburg, über Themen und Trends in der Hochschulbildungsforschung gesprochen. Der Podcast kann hier abgerufen werden.
„Vielfältige Erkenntniswege“ weiterlesenDas Monster zügeln
In einem aktuellen Text (online hier) stellt Helga Nowotny ihre Gedanken zu einer „humanistic culture of AI interdisciplinarity“ vor und plädiert dafür, zu lernen, mit KI zu leben und zu arbeiten, gleichzeitig aber das „Monströse“ an dieser neuen Technologie zu zügeln. Im Kern geht es um die Rolle von KI in Wissenschaft und Forschung. Ich habe den Text mit Gewinn gelesen und denke, er kann auch Impulse für die Hochschulbildung geben. Ich fasse im Folgenden kurz zusammen, welche Botschaften für mich besonders bedeutsam sind.
„Das Monster zügeln“ weiterlesenNormalität durch Wiederholung
Das Thema generative Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Hochschulbildung nun schon seit mehreren Jahren allgegenwärtig – es beeinflusst auch meine Arbeit stark. Nicht jede Woche ist allerdings derart geprägt von KI wie die gerade zu Ende gehende. Dazu ein paar kurze Einblicke in die letzten sechs Tage …
„Normalität durch Wiederholung“ weiterlesenAufgegangen
Vor einiger Zeit habe ich hier mal die Fragen (mit Antworten) aufgeschrieben, die mir eine Journalistin gestellt hat, nachdem ich mich nicht zu einem mündlichen Interview hatte durchringen können – in der Hoffnung, dass sich hier gegebenenfalls auch andere Journalisten bedienen. Dies scheint aufgegangen zu sein, denn kürzlich habe ich von Nils Althaus eine Anfrage erhalten, die so beginnt: „Ich habe Ihren Blogeintrag ´Was ich tatsächlich gesagt habe´ gelesen und versuche es deshalb direkt schriftlich.“ Wie schön! Die zugesandten Fragen fand ich interessant. Ich habe sie gerne beantwortet und bin gespannt, was Althaus davon in seinem geplanten Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung gebrauchen kann. Hier also mal wieder, was ich tatsächlich gesagt (oder besser: geschrieben) habe ;-).
„Aufgegangen“ weiterlesenAllgemeine Didaktik und KI
Der Herbst ist dieses Jahr (2025) eine Phase, in der gleich mehrere Werke zur Publikation kommen und damit arbeitsreiche und oftmals auch längere Prozesse abschließen, in denen akquiriert und kommuniziert, geschrieben und begutachtet, verbessert und redigiert wird. Ich freue mich, dass das nun auch bei der neuen Ausgabe des Journals für Allgemeine Didaktik der Fall ist: Zusammen mit Daniel Scholl und Michaela Gläser-Zikuda habe ich an der Herausgabe des Themenheftes „Allgemeine Didaktik und Künstliche Intelligenz“ gearbeitet. Das Heft ist online hier offen zugänglich. Auch ein eigener Beitrag von mir und Eileen Lübcke findet sich im Heft: Darin haben wir herausgearbeitet, welche Rolle generative KI beim forschenden Lernen spielen kann und welche Grenzen wie auch Risiken sich dabei auftun.
„Allgemeine Didaktik und KI“ weiterlesenVom Nutzen eines fiktiven Briefs
Man kann wirklich nicht sagen, dass Universitäten und HAWs das Thema generative Künstliche Intelligenz (KI) nicht auf dem Schirm hätten – im Gegenteil: Es gibt viele Bemühungen, die Chancen, dann und wann auch die Risiken, der akademischen Nutzung von KI auf unterschiedliche Art und Weise aufzugreifen und Empfehlungen zu geben. Es ist vielleicht etwas ungeschickt, dass – so scheint es – fast jede Hochschule diese Angebote für sich (neu) erfindet und dabei ausgesprochen ähnlich vorgeht. Aber das erklärt sich vermutlich aus dem Konkurrenzverhältnis, in dem Hochschulen heute (leider) stehen. Aus dem Rahmen fällt da die Idee, sich über die alte Form des Briefs an Menschen zu wenden, die in der Hochschule zu KI greifen – speziell im Studium: Lindsay Brainard hat eine solchen fiktiven Brief verfasst und hier veröffentlicht. Ich habe die Idee aufgegriffen und lade zu einem Gedankenexperiment ein, das man hier – als Impact Free-Artikel – nachlesen kann.
„Vom Nutzen eines fiktiven Briefs“ weiterlesen